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Name: Hopemaster, 2020-12

 

Um die Impfung zu verstehen, muss man vorher generell verstehen, wie (1.) Proteine in Menschen gebildet werden und (2.) wie das Immunsystem normalerweise auf virale Erkrankungen reagiert. Dementsprechend folgen erstmal die beiden Punkte in der Erklärung. Falls Du das schon kennst, kannst Du gleich bei Punkt 3. beginnen.
Wenn Du die ersten drei Artikel zu SARS-CoV-2 noch nicht gelesen hast, empfehle ich diese zum besseren Verständnis, sie sind ganz unten nochmal verlinkt.

 

Wie werden Proteine in Menschen hergestellt?

Den Vorgang der Herstellung von Proteinen in Menschen nennt man Proteinbiosynthese oder auch Genexpression. Er ist bei allen Lebewesen bis auf einen Unterschied gleich: Bakterien führen sie in zwei Schritten durch (Transkription und Translation), alle anderen Lebewesen (Eukaryoten) führen sie in drei Schritten durch (Transkription, Splicing und Translation).

1. Transkription: Dabei wird im Zellkern eine Kopie des Gens hergestellt, welches für das benötigte Gen codiert. Diese Kopie ist eine mRNA. Diese Kopie wird aus dem Zellkern hinaus transportiert (zum Beispiel durch das ER), (2.) bis sie zu den Ribosomen gelangt. Bei Eukaryoten wird zwischendurch noch das Splicing durchgeführt.

3. Die mRNA fädelt ins Ribosom ein.

4. Durch den Prozess der Translation wird das benötigte Protein hergestellt. Es kann nun seine Aufgabe erfüllen.

Normale Genexpression (Proteinbiosynthese)
Normale Genexpression (Proteinbiosynthese) bei Eukaryoten

 

Wer dies genauer lesen möchte, findet den kompletten Ablauf in dem Artikel: Proteinbiosynthese - Transkription und Translation.

 

Wie funktioniert die Immunabwehr bei Menschen?

Wenn man in Kontakt mit einem Erreger (z.B., Viren, Bakterien, Pilze (=Antigen)) kommt, laufen in der Regel erstmal eine Menge (unspezifischer) Reaktionen ab, die den Erreger abtöten sollen. Dazu gehören Fieber, Abwehrproteine, aber auch die Fresszellen (=Makrophagen), die alles körperfremde abtöten. Diese Abwehr schützt uns täglich vor tausenden von Erregern, sodass wir so gut wie nie krank werden.

Wenn diese allgemeine Abwehr nicht ausreicht (z.B. wenn man sehr viele Erreger des gleichen Typs hat), wird die spezifische Immunabwehr aktiv. Sie arbeitet langsamer, stellt aber auf den Erreger passende Antikörper und in der Folge auch Gedächtniszellen her.

Diese Gedächtniszellen speichern Informationen des Erregers, sodass sie jederzeit wieder, falls es also zu einem Kontakt mit dem gleichen Erreger kommt, sofort wieder Antikörper freisetzen können.

Das Ziel der spezifischen Immunabwehr ist die Bereitstellung von Antikörpern und Gedächtniszellen.


Die folgende Grafik zeigt, wie zuerst Fresszellen erste Sars-CoV-2 fressen, ihre Oberflächeninformationen dabei an die T4-Helferzelle (=Abwehrdirigent) übergeben, worauf diese dann Plasmazellen beauftragt, zu den Oberflächenprotein passende Antikörper zu bilden. Alle genannten Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukocyten).

Spezifische Immunabwehr von SARS-CoV-2
Spezifische Immunabwehr von SARS-CoV-2
(Klicken zum Vergrößern)

 

Die von der Plasmazelle freigegebenen Antikörper passen nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip zur Oberfläche der Spikeproteine der SARS-CoV-2. Diese binden daran und werden nun festgehalten, sodass sich nach kurzer Zeit ein größerer Klumpen an Viren bildet. Diese Viren sind nun nicht mehr in der Lage sich zu bewegen oder Zellen zu infizieren. Für Fresszellen sind sie nun leichte Beute. Ab diesem Moment wird der Krankheitsverlauf von Stunde zu Stunde besser! Die Genesung beginnt.

Gleichzeitig zerstören Killerzellen schon vorher von Viren befallene Zellen, um weitere Ausbrüche von Viren zu verhindern. Killerzellen sind echt hart drauf. Sie können auch unpassende Organe bei einer Transplantation innerhalb von Stunden komplett zerstören!

Die Plasmazellen können sich nach getaner Arbeit in Gedächtniszellen umwandeln. Diese speichern noch über Jahrzehnte die Spike-Proteininformation und können in windeseile wieder die Antikörper freisetzen, falls man doch mal wieder mit dem Virus Kontakt hat. Nun ist der Mensch immun.

Prinzipiell laufen diese Vorgänge so bei allen Wirbeltieren ab.

 

Aber warum erkältet man sich dann immer wieder? Es gibt Virengruppen, welche in sehr kurzer Zeit ihre Oberflächenproteine verändern. Mit neuen Oberflächenproteinen ist das Virus dem Immunsystem fremd und kann nicht erkannt werden. Es ist sozusagen "verkleidet". Man kann also an dem Virus wieder erkranken. Zu diesen Viren gehören HIV, Grippe, Erkältungen uvm.

Eine Frage für die Profis: Was hat das alles mit Eiterpickeln zu tun? Bedenkt, Eiter sind abgestorbene weiße Fresszellen!

 

Wie funktioniert die mRNA-Schutzimpfung bei SARS-CoV-2?

Erste Schutzimpfungen bestanden aus intakten Viren oder Bakterien, welche sehr verdünnt waren. Die Folge war, dass das Immunsystem die normale Immunabwehr durchläuft, mit dem Ziel Antikörper und Gedächtniszellen herzustellen. Leider erkrankten viele Menschen dabei, sodass man dies heute nicht mehr macht.

Man ging dazu über, zum Beispiel nur die Hüllen der Erreger zu impfen, welche kein infektiöses Erbgut enthielten. Noch eleganter ist es, sogar nur Fragmente der Oberflächen, mit den wichtigsten Oberflächenproteinen zu impfen. Auch darauf reagiert das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern und Gedächtniszellen. Eine Infektion ist damit unmöglich. (Auch wenn Impfgegner das immer noch nicht glauben).

So könnte man sicher auch mit SARS-CoV-2 verfahren, allerdings ist es ein großes Problem, so viele Virushüllen zu bekommen, sodass man Milliarden von Impfdosen bereitstellen könnte.

Deutsche Unternehmen wie Biontech oder Curevac haben vor 10 Jahren eine clevere Lösung des Problems gefunden: Sie lassen uns die fremden Oberflächenproteine herstellen! Doch wie geht das?

Der Mensch produziert seinen eigene Impfstoff

In biochemischen Laboren ist es kein Problem in großen Mengen Erbgut herzustellen. Das funktioniert seit Jahrzehnten zuverlässig. Wie kann man dies nun ausnutzen?
Man hat aus dem RNA-Viruserbgut von SARS-CoV-2 die Sequenz für das Spikeprotein isoliert. Über dieses Protein findet die Infektion statt

Dieses Spike-Gen wird nun milliardenfach repliziert und mit Lipiden in einer Flüssigkeit stabilisiert. Bei dem isolierten Gen handelt es sich um eine RNA. Die Replikation erfolgt als mRNA, sodass kein Eintritt in den Zellkern möglich ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass mRNA keine lange Haltbarkeit in menschlichen Zellen hat. Sie wird in der Regel nach wenigen Stunden funktionslos und dann abgebaut.

Diese mRNA wird nun einem gesunden Menschen geimpft:

mRNA-Impfung bei SARS-Cov-2

mRNA-Impfung bei SARS-Cov-2

 

Wie man sieht, fädelt die geimpfte mRNA in Ribosomen ein, welche daraufhin Spikeproteine herstellen und diese über den Golgiapparat abgeben.

Nun befinden sich im Körper des geimpften körperfremde Oberflächenproteine, wodurch sofort das Immunsystem mit seiner spezifischen Immunabwehr aktiv wird, Antiköper, und viel wichtiger Gedächtniszellen produziert. Der Körper ist gegen SARS-CoV-2 immun!

 

 

Wie man sieht, läuft grundsätzlich bei der Immunisierung mit mRNA-Impfstoffen nichts Entscheidendes anders, als bei herkömmlichen Impfungen. Es wird geimpft mit dem Ziel körperfremde Oberflächenproteine in den menschlichen Körper zu bekommen, sodass das Immunsystem in seiner üblichen Form reagieren kann. Der einzige Unterschied ist, dass der Mensch das Protein vorher selbst bildet - und zwar nur dieses eine, kleine Spikeprotein! Also, keine ANGST!

 

 

Nebenwirkungen der mRNA-Impfung

  • Impfnebenwirkungen sind zum Glück sehr selten, millionenfach seltener als die Todesfälle und schweren Schäden, die die dazugehörigen Krankheiten auslösen. neben Rötungen der Einstichstelle und Muskelschmerzen (durch die Flüssigkeit im Muskel) treten in sehr seltenen Fällen allergische Schocks auf, welche mit den Begleitstoffen der Impfflüssigkeit zusammenhängen. Dies geschah u.a. im Dezember 2020 in England als zwei Leute eine heftige allergische Reaktion auf die mRNA-Impfung hatten. Diese Reaktion wäre bei diesen Menschen aber auch bei einer herkömmlichen Impfung aufgetreten.
  • Impfgegner befürchten, dass das menschliche Erbgut verändert wird. Das kann nicht passieren, da es 1. nur eine winzige Information (nur das Spikeprotein) ist und zweitens, die mRNA nicht in den Zellkern kann.
  • Zum Vergleich: Sehr viele andere Viren, wie z.B. Röteln, Masern, Windpocken, HIV, HPV uvm. bauen hingegen ihr komplettes Erbgut in unsere menschlichen Zellkerne ein. Man sagt, diese Viren sind mutagen, also erbgutverändernd. Da dies Krankheiten sind, wo Impfgegner die Schutzimpfungen ablehnen, haben sie dadurch besonders viele Erbgutveränderungen... das ist die Ironie, wenn man Wissenschaft leugnet 😂😂😂

 

Noch eine Frage für die Profis: Das Spike-Protein von SARS-CoV-2 ist ein (bisher fast) unveränderliches Oberflächenprotein. Was müsste in den nächsten Jahren geschehen, um immer genügend funktionierenden mRNA-Impfstoff zu haben? Tipp: Vergleiche mit der Grippe-Impfung!

 

Links zu COVID-19:

 

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