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Malin Esseln, 2016-06
Emily & Franzi, 2018-11

 

Ökosystem See

1. Einleitung

Stehende Gewässer erfahren heutzutage eine vielfältige Nutzung durch den Menschen und stehen in Verbindung mit Erlebniswerten, Erholungsmöglichkeiten oder auch Energiegewinnung. Diese menschlichen Einflüsse haben jedoch auch große Auswirkungen. Stehende Gewässer werden vom Menschen verändert, und somit verändert sich auch die Tier- und Pflanzenwelt dieses Ökosystems. Durch Ufernutzung, Eutrophierung und Zuschütten von Gewässern sind viele aquatische Arten vom Aussterben bedroht, weshalb vermehrt stehende Gewässer in Reservate umgewandelt werden.

See im Harz

Ein Mittelgebirgssee (im Harz)

2. Beschreibung des Ökosystems

Bei stehenden Gewässern unterscheidet man zwischen Tümpeln, Teichen und Seen:

2.1 Tümpel

Ein Tümpel ist ein Gewässer, das nur zeitweilig im Jahr mit Wasser gefüllt ist. Die Lebewesen sind an wechselnde Trocken- und Feuchtphasen gewöhnt und passen sich durch Ortswechsel an, Trockenstarre oder sie vergraben sich im feuchten Grund. In Tümpeln dominieren amphibische Pflanzen und Sumpfpflanzen.


2.2 Teiche und Stauseen

Ein Teich oder ein Stausee ist ein künstlich angelegtes Gewässer, was in regelmäßigen Abschnitten ganz oder teilweise abgelassen wird. Durch die dadurch entstehenden Schwankungen des Wasserspiegels können Unterwasserpflanzen, Röhricht und Sumpfpflanzen nicht existieren, genauso wenig wie Kleintiere, welche auf Unterwasserpflanzen angewiesen sind.

Alpiner See

See in den Alpen


2.3 Seen und Weiher

Seen und Weiher sind natürliche oder künstlich angelegte und sich selbst überlassene Gewässer, die dauerhaft Wasser führen. Die Unterscheidung zwischen Weiher und See geschieht durch die Gewässertiefe und das Lichtklima, also in wie weit Photosynthese am Grund des Gewässers möglich ist. Der Weiher hat eine Tiefe von 3 bis 5 Metern und am gesamten Grund ist Fotosynthese möglich. Der See ist tiefer als 5 Meter und Photosynthese ist nur in den Uferbereichen möglich.
Die meisten Gewässernamen beziehen sich nicht auf diese Richtlinien und sind somit falsch.

Es gibt verschiedene Seentypen in verschiedenen Ländern. Zum Beispiel gibt es Vulkan-Seen, welche logischerweise in der Nähe eines Vulkanes sind oder auch Gletscher-Seen in der Nähe der Berge. Doch es werden heutzutage auch künstliche Seen angelegt, die für die heutige Wirtschaft gebraucht werden. Außerdem gibt es Tektonische-Seen, die inmitten von großen Erdmassen bestehen.

Bei den verschiedenen Seentypen kann man gut erkennen, dass das Klima und die Landschaft eine große Rolle spielen.

See in der Toskana - Lago di Massaciucoli

See in der Toskana - Lago di Massaciucoli

 

Lac de Melo - See in den korsischen Bergen auf ca. 1700m Höhe (bei Corte)

 

3. Abiotische Faktoren des Ökosystems See

Das Ökosystem See ist ein typisches Biotop unserer Landschaft. Temperatur, Sauerstoff und Licht sind wichtige Faktoren in einem See. Von diesen hängt nämlich das Überleben der Pflanzen, die die wichtigste Nahrungsquelle für viele Tiere ausmachen, ab. So gibt es für die Pflanzen in der obersten Wasserschicht, auch Epilimnion genannt, einen hohen Sauerstoffgehalt, abhängig von Wassertemperatur, Wellen und Wind, und reichlich Licht, je nach Sonnenstand und Trübungsgrad des Wassers. Bei den Temperaturverhältnissen gibt es jedoch relativ große Schwankungen zwischen 0°C und 30°C.
In der Sprungschicht (Metalimnion) nimmt die Temperatur, der Sauerstoffgehalt und die Strahlungsintensität rasch ab. In der untersten Schicht, auch Tiefenschicht oder Hypolimnion, herrscht eine konstante Temperatur von 4°C, aber eine niedrige Sauerstoffkonzentration und Dunkelheit. So ist es hier nur sehr anpassungsfähigen Pflanzen möglich zu wachsen.

 

Zonen eines Sees

Das Ökosystem See ist in verschiedene Zonen unterteilt. Im See gibt es 2 besiedelte Lebensräume. Das Pelagial - die Freiwasserzone - und das Benthal - die Bodenzone. Beim Benthal wird noch einmal zwischen Litoral - der Uferzone - und dem Profundal - der Tiefenzone unterschieden. Die Grenze zwischen Litoral und Profundal verläuft dort, wo die Lichtintensität für die Photosynthese zu gering wird. Beim Pelagial – der Freiwasserzone – unterscheidet man auch nochmal zwischen drei verschiedenen Unterzonen.

 

See im Harz (Hüttenteich)

Freiwasserzone (Pelagial): 

Ist bei Seen und dem  Meer der uferferne Freiwasserbereich oberhalb der Bodenzone (Benthal). Bei Seen reicht er von der Seemitte zum Ufer hin bis zu den ersten wurzelnden Wasserpflanzen. Das Pelagial teilt sich horizontal in unterschiedliche Zonen auf - die trophogene Zone, die Kompensationsebene und die tropholytische Zone.

 


Pelagial: Trophogene Zone - (Nährschicht) / Epilimnion (Oberflächenwasser):

Die trophogene Zone beschreibt die Wasserschicht unterhalb der Wasseroberfläche. Sie ist eine warme Zone mit Temperaturen von 18 bis 20°C im Sommer, welche vom Wind durchmischt ist. Diese Zone befindet sicher sehr oberflächennah an der Wasseroberfläche und hat genügend Licht für die Photosynthese. Aufgrund der guten Lichtverhältnisse ist Photosynthese in der gesamten Zone möglich. Dadurch kommt es zu einem hohen Sauerstoff- und Biomassengehalt.

Die Primärproduzenten, in dem Fall Wasserpflanzen, Algen und Plankton, produzieren meistens sogar mehr Sauerstoff durch die Photosynthese, als sie durch die eigene Zellatmung verbrauchen können. Jedoch verringert sich die Lichtintensität mit der Tiefe fast exponentiell, was aber auch noch abhängig von der Dichte der „Trübstoffe“ ist.

 

Pelagial: Kompensationsebene - Metalimnion (Sprungschicht):

Die Kompensationsebene liegt zwischen der trophogenen und der tropholytischen Zone. Die Kompensationsebene liegt abhängig von der Trübung des Wassers in 5 bis 20 Metern Tiefe. Es findet ein starker Temperaturabfall statt, mit Temperaturen um 11 und 12°C im Sommer.

Photosynthese ist kaum möglich, da der Lichteinfall sehr schwach ist. In dieser Ebene hat aktive Lichteinstrahlung nur noch eine Restintensität von 1% und somit ist sie zu gering, um während eines Tages Photosynthese durchzuführen. Es herrscht eine Art Gleichgewicht, wo durch nur so viel Sauerstoff verbraucht wie hergestellt wird. Aber man muss dazu sagen, dass die Tiefe der Ebene schwankt bzw. besser gesagt dynamisch ist.

 

Pelagial: Tropholytische Zone - Hypolimnion (Tiefenschicht):

Die tropholytische Zone setzt unter der Kompensationsebene an. Die Wassertemperatur nimmt auf 9°C im Sommer ab und es findet keine Durchmischung statt. Auch Photosynthese ist in der tropholytischen Zone nicht möglich, es gibt keinen Lichteinfall in diese Zone. Da die Photosynthese nicht möglich ist, ist die tropholytische Zone auf die organischen Substanzen und den Sauerstoff angewiesen, der aus der trophogenen Zone absinkt. Meist gelangen nur verbrauchte Biomasse und Ausgestoßenes CO2 in diese Schicht. Absinkende Algen und andere Schlingpflanzen verbrauchen (durch Zellatmung) ihre letzten gespeicherten Nährstoffe und sterben dann ab.

Tritt der Fall ein, dass der Sauerstoffgehalt niedriger ist als 1 mg/l, so bilden sich giftige Schwefelgase, welche die Organismen dieser Schicht abtöten.

 

Quelle: Public domain by Wikicommonsuser Hati; https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:See3.png

 

See im Harz (Hüttenteich) 

Bodenzone (Benthal):

Neben den Wasserzonen, kann man auch den Boden eines Sees unterteilen. Das Benthal stellt den Lebensraum am, auf und im Boden eines Sees dar. Es wird unterteilt in das Litoral, die obere, warme und lichtintensive Schicht und das Profundal , die dementsprechende untere, kalte und dunkle Schicht:

  • Litoral (Uferzone): Zum Litoral zählt der Uferbereich bis hin zur Kompensationstiefe. Dort beheimatet sind überwiegend größere Pflanzen.
  • Profundal (Tiefenzone): Pflanzen die sich dort ansiedeln, sind von der Biomasse abhängig, die das Litoral und die trophogene Zone bildet.

 

Uferzone - Bruchwaldzone

Diese Zone wird auch schon mit vom See beeinflusst und besonders angesiedelt haben sich hier Erlen, Weiden und Seggen. Das Grundwasser geht bis fast an die Bodenoberfläche. Jedoch haben sich die hier angesiedelten Pflanzen an diese Voraussetzungen angepasst. Zu diesen Vorausetzungen zählt auch, dass die Wurzeln nur wenig mit Sauerstoff und Mineralstoffen versorgt werden. Es ist beeindruckend wie die Natur diese Dinge regelt. Als weitere Anpassungsmöglichkeit siedeln sich winzige Bakterien an den Wurzeln der Pflanze an, welche dann Stickstoff speichern. Diesen benötigt die Pflanze wiederum um zu überleben. Im Gegensatz erhalten die Bakterien von der Pflanze Kohlenhydrate und Energie. Eine solche Gemeinschaft bzw. Vereinigung nennt man Symbiose.

See mit Uferzone / Schilfzone

 

 

4. Biotische Faktoren

4.1 Anpassung von Ufer- und Wasserpflanzen

Um unter den jeweiligen Bedingungen in einem Ökosystem überleben zu können, müssen sich die Lebewesen an diese anpassen.
Als Beispiel für Anpassungen von Pflanzen im Ökosystem See kann man die Seerose nehmen. Die Seerose hat besondere Luftkanäle in ihren Wurzeln über welche sie mit Sauerstoff versorgt wird, als Anpassung auf das sauerstoffarme Bodenwasser. Auch herrscht in einem stehenden Gewässer ein Wellenschlag, weshalb die Seerose ein Schwammparenchym als Schwimmpolster ausgebildet hat. Außerdem ist die Blattunterseite der Seerose benetzt, um eine bessere Haftung an der Wasseroberfläche zu gewährleisten. Stoffwechsel und Blattaufbau entspricht bei der Seerose dem einer Landpflanze.
Bei der Wasserpest, einem weiteren Beispiel von Anpassung, entspricht weder Stoffwechsel noch Blattaufbau dem einer Landpflanze. Die Wasserpest versorgt sich aus dem umgebenden Wasser, hat dünne Blätter und keine Epidermis oder Kutikula. Aufgrund des Wellenschlags dienen die Wurzeln als Bodenverankerung und zur Atmung besitzt die Wasserpest Luftkanäle.


4.2 Anpassung von Wassertieren

Als Beispiel für die Anpassung von Wassertieren an das Ökosystem See dient der Rückenschwimmer. Um in diesem Ökosystem zu überleben musste er sich an gewisse Eigenschaften des Sees anpassen. Besonders seine Form und seine Fortbewegung sind angepasst.
Der Rückenschwimmer hat einen stromlinienförmigen Körperbau, Kiele an Rücken und den Körperseiten, eine Lufthülle welche die Unebenheit an seiner Bauchseite ausgleichen soll und ein drittes Beinpaar was umfunktioniert wurde zu Schwimmbeinen. Diese körperlichen Anpassung sollen den Wasserwiderstand verkleinern.
Um sich in der Fortbewegung zu verbessern hat der Rückenschwimmer an Vorder- und Mittelbeinen benetzbare Spitzen und Stopphaare an seinem Körperende.
Auch im Sinne der Atmung und des Wellengangs hat sich der Rückenschwimmer auf das Ökosystem See eingestellt. Er besitzt eine unbenetzbare Atemöffnung am Hinterleibsende mit welcher er atmosphärische Luft atmet und reagiert stark auf Erschütterungen der Seeoberfläche.

Kormoran am See trocknet Flügel

Kormoran am See trocknet Flügel


4.3 Anpassung bei Plankton

Plankton ist unabhängig vom Halt am Untergrund oder der Oberfläche. Es bewegt sich in Aufstiegsphase und Verdauungsphase im See auf und ab. Um sich in der Schwebe halten zu können hat das Plankton eine Dichte, die nur knapp über der des Wassers liegt und bewegt sich mithilfe von Ruderorganen oder Schlägen vorwärts. Durch filtern nimmt es Nahrung aus dem Wasser während der Aufstiegsphase auf und lässt sich dann in der Verdauungsphase absinken. Dieses Absinken findet in den kühleren Wasserschichten statt, da dort eine größere Reibung herrscht, das Plankton langsamer absinkt und somit Energie sparen kann.
Plankton kann auch in Kolonien auftreten, in welchen sich Gasblasen oder Öltropfen einlagern und den Sinkwiderstand der Kolonie erhöhen.


4.4 Konkurrenzvermeidungsprinzip

Um Konkurrenz zu vermeiden versuchen die unterschiedlichen Arten in Bereiche auszuweichen, in denen ihre Konkurrenz aufgrund der abiotischen Faktoren nicht überleben kann. Dieses Prinzip kann man im Ökosystem See gut erkennen. Ein von Menschen unveränderter See oder Weiher kann in sechs Zonen eingeteilt werden, in welchen unterschiedliche Pflanzen wachsen: ist ein Hochwald vorhanden, beinhaltet dieser Eichen, Buchen und Kiefern, die Erlenzone Erlen, oder falls keine Erlen existieren Weiden. Das Gewässer wird Aufgeteilt in Röhrichtzone, Schwimmblattzone, Tauchblattzone und Tiefalgenzone. Kommt es vor, dass eine dieser Arten in einem stehenden Gewässer nicht existiert, können sich die konkurrierenden Arten auch über ihre Zone hinaus verbreiten, solange die benötigten abiotischen Faktoren gegeben sind.

 

4.5 Beispiele für Lebewesen (Biozönose) im See

Tierisches Plankton

Plankton ist die Bezeichnung für Organismen, die im Wasser leben und deren Schwimmrichtung von den Wasserströmungen vorgegeben wird. Tierisches Plankton hat die Eigenschaft, dass es am Abend an die Wasseroberfläche schwimmt und am Morgen wieder absinkt. Dies verhilft ihnen zum Schutz vor Fischen, die tagsüber an der Wasseroberfläche schwimmen.

Wasserflöhe

Es gibt unfassbarer Weise mehr als 400 Arten von Wasserflöhen. Von diesen leben aber gerade mal 100 Arten in unseren deutschen Binnengewässern. Unter ihnen gibt es aber eindeutige Erkennungsmerkmale: zum einen der deutlich erkennbare Kopf und der Körper, der aus 2-klappigen Schalen besteht. Wasserflöhe haben zwei zusammengesetzte große Augen und ein sich in der Mitte befindendes kleineres Auge. Außerdem gibt es am Kopf zwei Antennen, die als Schwimmorgan genutzt werden und womit sich der Wasserfloh im Wasser bewegen kann. Zudem sind ihre Organe sehr lichtempfindlich und sie sind eine große artenreiche Vielzahl in Seen.

 

Die Insekten und Insektenlarven

Wasserläufer:
    • gehört zur Familie der Wanzen
    • nutzt tatsächlich die Oberflächenspannung des Wassers aus um darauf zu laufen
    • Hat an Bauch und Beinen winzige Haare, die das Wasser abweisen (zum zusätzlichen Schutz vor dem Untergehen)
    • Muss diese Haare aber oft putzen, damit sie nicht verunreinigen
    • Ernährt sich von kleinen Insekten


Rückenschwimmer:
    • Gehört auch zur Familie der Wanzen
    • Hängt sich an die Unterseite des Wasser, er hakt sich sozusagen an der Wasseroberfläche fest, so kann er auch atmen
    • Benötigt durch aus Sauerstoff (s.o.)
    • Hält sich an Wasserpflanzen fest
    • Zieht seine Beute unter Wasser und saugt sie aus

Drehkäfer:
    • Kann sowohl schwimmen als auch fliegen
    • Man erkennt sie leicht an ihrer Fortbewegung
    • Schwimmen im Zick-zack
    • Drehkäfer haben zwei Augenpaare, d.h. übersetzt zweigeteilte Augen
    • Treiben auf der Wasseroberfläche
    • Fängt Beute mit seinen Vorderbeinen und kann diese gleichzeitig über und unter Wasser erkennen

 

Tierarten: Frösche, Kröten & Co.

Zusammengenommen nennt man Frösche und Kröten im Allgemeinen Froschlurchen und sie zählen wissenschaftlich gesehen in die Rubrik Amphibien. Sie können an Land und im Wasser leben und somit sind sie auch Bewohner unseres Sees

Videotipp: In diesem Video sehr ihr, wie zwei Teichfrösche um die Vorrangstellung kämpfen, wer durch seine Rufe ein Weibchen anlocken kann: Kämpfende Teichfrösche, Rivalenkampf. (Wer mag, bitte meinen Youtube-Kanal mit Tierfilmen abonnieren - danke!)

Teichfrosch

Teichfrosch

 

Pflanzenarten des Ufers und der Uferzone: Seggen

Es gibt viele verschiedene Seggenarten. Meist sind sie an Ufern angesiedelt. Durch die verzweigten Wurzeln schützen sie sandige Böden vor dem Abrutschen. Seggen gehören zu den Sauergräsern und haben normalerweise dreikantige Halme, die ein auffälliges Erkennungsmerkmal darstellen.

 

Pflanzenarten des Ufers und der Uferzone: Binsen

Binsen wachsen häufig in Wassertiefen von 10 bis 40 cm. Die Pflanze ähnelt vom Aussehen her gewöhnlichen Grashalmen. Um im Wind nicht beschädigt zu werden, sind die Blätter sehr robust und rund und haben das Erscheinungsbild von Stängeln. Aus trockenen Blättern kann man Körbe flechten und sogar Fußbodenbeläge herstellen

 

Pflanzenarten des Ufers und der Uferzone: Rohrkolben

Diese Pflanze kann bis zu 3 m hoch werden, deshalb wird er auch ab und zu Lampenputzer genannt. Besonders fällt der Kolben auf, dies ist der Blütenstand der Pflanze. Die Pflanze vermehrt sich mithilfe von Samen, die der Wind „verteilt“. Mithilfe von langen Flughaaren fliegen sie sehr weit, um sich an anderer Stelleweiter zu vermehren und zu wachsen. Die Pflanze ist eine typische Röhrichtpflanze und gehört zu den Grasartigen.

Pflanzenarten der Freiwasserzone: Weiße Seerose

Die Blätter dieser Pflanze sind rund und ledrig. An einer Seite sind sie tief gekerbt. Die großen, weißen Blüten sind unverwechselbar. Sie kann in Zonen mit einer Wassertiefe von bis zu 1,50 m wachsen. Die weiße Seerose ist eine typische Pflanze der Schwimmblattzone. Seereosen haben Schwimmblätter.

 

Pflanzenarten der Freiwasserzone: Teichrose

Auch die Teichrose begegnet einem ziemlich typisch in der Schwimmblattzone eines Sees. Ihre Blätter ähneln denen der weißen Seerose, sind jedoch kleiner. Die Blüten sind gelb und in einer kugelartigen Form. Die Teichrose ist in Wassertiefen von bis zu 2m anzutreffen. Teichrosen haben Schwimmblätter.

 

Untergetauchte Pflanzenarten: Wasserpest

Die Wasserpest findet man oftmals in Seen. Ihre Blätter sind klein und befinden sich in kleinen Quirlen am Stängel liegend. Zudem ist die Wasserpest eine Unterwasserpflanze und lebt zur Folge dessen völlig untergetaucht. Damals lebte sie nur in Kanada aber mittlerweile hat sie sich auch in Europa vermehrt, nachdem sie hier ausgesetzt wurde. Allerdings trägt sie bei uns nie Samen, sondern vermehrt sich, indem aus abgebrochenen Pflanzenteilen neue Pflanzen auswachsen. Teilweise wird die Wasserpest an manchen Orten zu einem richtigen Problem, da sich Schiffsteile in den Pflanzenmengen verfangen. Somit kommt es häufig zu Verhinderungen in der Schifffahrt. Wahrscheinlich kann man sich auch daher ihren Namen ableiten.

 

See im Harz (Hüttenteich)

5. Energiefluss

In einem Ökosystem gibt es keinen Energiekreislauf, sondern einen Energiefluss. Mit jedem Glied in der Nahrungskette geht 90% der Energie verloren. Der Konsument der ersten Ordnung, welcher sich von den Produzenten, also grünen Pflanzen, ernährt, erhält 100% der Energie. Bevor der Konsument der zweiten Ordnung jedoch den Konsument der ersten Ordnung verspeist, wird der Großteil der erhaltenen Energie in Wachstums-, Wärme- und Bewegungsenergie umgewandelt.
Ein Energiefluss bedeutet auch, dass ein Konsument dritter oder vierter Ordnung weit mehr Nahrung zu sich nehmen muss, um die nötige Energie zu erhalten, als ein Konsument erster oder zweiter Ordnung.

6.  Nahrungsnetze und Stoffhaushalt

In einem geschlossenen Gewässer gibt es nicht nur Nahrungsketten, sondern auch komplexe Nahrungsnetze. Ein Beispiel hierfür ist die Nahrungskette von der Schlammschnecke bis zum Angler. Die Schlammschnecke wird vom Gelbrandkäfer gefressen, welcher wiederrum vom Hecht gefressen wird, welcher vom Angler gegessen wird. Da aber die Schlammschnecke und der Gelbrandkäfer auch tote Fische und anderes Aas fressen, wird aus der Nahrungskette ein Nahrungsnetz. Das Nahrungsnetz beginnt und endet immer mit grünen Pflanzen, welche aus Nährsalzen, CO2, Wasser und Sonnenenergie organische Produkte herstellt. Diese organischen Produkte werden dann wiederrum von anderen Lebewesen gefressen. Der Kreislauf der Stoffe ist geschlossen.
Durch diese Nahrungsbeziehungen wird die Bestandsdichte reguliert. Kommt es zu einer Massenvermehrung einer Art, wird diese zum bevorzugten Fressen der anderen Arten. So stellt sich ein biologisches Gleichgewicht ein.
Beispiel für ein Nahrungsnetz:


Quelle: Public domain by Wikicommonsuser Hati; https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:NahrungsnetzSee.png


7. Besonderheiten des Ökosystems See

7.1  Eutrophierung

Unter Eutrophierung versteht man eine direkte oder indirekte Zufuhr von Pflanzennährstoffen, welche zu einem übermäßigen Wachstum der biologischen Produktion, eine Umstellung im Stoffhaushalt und eine Veränderung des biologischen Gleichgewichts führen kann. In einem geschlossenen Gewässer hat die Eutrophierung eine besonders starke Bedeutung, aufgrund der Geschlossenheit des Ökosystems.
Die Zufuhr von Pflanzennährstoffen kann durch eingeleitete Haushaltsabwässer, ungeklärte Abwässer oder Düngereinschwemmungen zustande kommen. Diese Zufuhr hat Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt, da diese auf ein normalerweise Nährstoffarmes Ökosystem eingestellt sind. Zwischen den Jahren 1960 und 1980 stiegen die Fälle von Eutrophierung stark.
Bei einer Nährstoffzufuhr in ein geschlossenes Gewässer kommt es zu einer starken Vermehrung weniger Planktonalgenarten. Zwar bedeutet dies auch ein besseres Nahrungsangebot, jedoch häufen sich auch Giftstoffe die zum Beispiel beim Stoffwechselvorgang von Blaualgen entstehen an. Zusätzlich zu den Giftstoffen kommt es durch die Vermehrung von Wasserblüten zu einer Einschränkung in der Tiefenausdehnung, da ihre Blätter das Sonnenlicht abschirmen. Der Bestand der Unterwasserpflanzen geht zurück, was Auswirkungen auf die Kleintiere, die im Gewässer leben, hat.
Eutrophierung erkennt man an Blaualgen-Wasserblüten mit einer langen Blütendauer und das Fehlen von Armleuchteralgen ab einer Tiefe von 3-4 Metern.


7.2  Verlandung

Verlandung beschreibt die Erhöhung des Gewässergrundes durch beispielsweise nicht zersetzte organische Substanzen. Dieses Phänomen hat ein Vorrücken der Ufervegetation und ein Zuwachsen des Gewässers zur Folge.
Verlandung wird ausgelöst durch mineralische Einschwemmungen, welche Phosphat an sich binden und es beim Absinken in den Boden einbringen. Aufgrund des Nährstoffmangels wird die biologische Produktion teilweise eingestellt. Dadurch kann die Ufervegetation in die Wasserfläche hineinwachsen. Es entsteht ein Flachmoor, bei starken Niederschlägen ein Hochmoor.
Durch Abwassereinleitung kommen organische Ablagerungen oft vor, Verlandungen können jedoch nur in windgeschützten Gewässern stattfinden, da sonst die organischen Substanzen in die Tiefe gespült werden.

 

8. Der Einfluss des Menschen

Seen sind wichtige Ökosysteme. Für alle Lebewesen in diesem Ökosystem ist der See der einzige lebensraum. Fische können nicht mal schnell den See wechseln, falls ihr Heimatsee verschmutzt wird!

Auch für uns Menschen sind Seen heutzutage eine wichtige Rolle in der Wirtschaft. Dies ist uns manchmal nicht ganz bewusst. Wir nutzen manchmal die Tiere eines Sees (z.B. Fische) um unseren Hunger zu stillen oder das Wasser, um unsere Hände zu waschen.

Jedoch geben wir auch Abwasser hinzu, was den See „umkippen“ lässt. Das heißt, dass die Tiere in ihrem eigentlichen Lebensraum sterben, da die Pflanzen viele Nährstoffe haben und die Tiere durch die Eutrophierung (die grüne Farbe eines Sees) aussterben.
Dabei bildet sich auf dem Boden ein sogenannter „Faulschlamm“.

 

9. Schutzmaßnahmen für Gewässer

Da wir Seen auch wirtschaftlich nutzen, muss man darauf achten, dass das Wasser für die Tiere und Pflanzen gebrauchbar ist und keine Arten aussterben müssen.
Dafür könnte man zum Beispiel Kläranlagen nutzen, die das Abwasser reinigen. Eine generelle Reinigung oder auch Sanierung würde auch schon viel bringen, da 1 Liter ÖL 1 Millionen Liter Wasser für Lebewesen unbrauchbar  macht.
Außerdem muss man besonders auf die Frösche und Kröten im Frühjahr aufpassen.

 

10. Fazit

Das Ökosystem See ist ein in Deutschland weit verbreitetes Ökosystem, was von Menschen stark genutzt und für eigene Zwecke verändert wird. Die Lebewesen dieses Ökosystems sind an die Eigenschaften des Sees angepasst und werden durch Eingriffe des Menschen gefährdet. Das Ökosystem See ist ein gutes Beispiel, wie sich der Mensch die Natur zu Nutze macht und sie dabei verändert.

 

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