Name: Eduard Rebin, 2013; Wienke Günther, 2026
Mimese - Tarnung
Unter dem Begriff der Mimese versteht man eine Tarnung der Tiere. Dabei wird die Gestalt, Farbe und das Verhalten an die Umwelt angepasst, sodass dieses Tier schwerer zu erkennen ist.
Die Mimese wird dabei in drei unterschiedliche Arten aufgeteilt:
- Unter der Zoomimese versteht man die Anpassung des äußerlichen Erscheinungsbildes an ein anderes Tier. Ein Beispiel dafür sind Ameisengäste. Diese nesten sich in einer Ameisenfamilie ein und passen sich deren Aussehen an.
- Des Weiteren gibt es die Pythomimese. Dabei passen sich Tiere dem Aussehen von Pflanzen an. Ein Beispiel dafür ist das "Wandelnde Blatt". Es handelt sich an sich um eine Gespenstschrecke, die sich dem Aussehen eines Blattes angepasst ist.

Urherber: Sandilya Theuerkauf, http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/12/LeafInsect.jpg ; Lizenz: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.
- Eine letzte Form der Mimese ist die Allomimese. Es handelt sich dabei um das Nachahmen eines Gegenstandes. Ein Beispiel dafür sind die Lithops, auch bekannt als Lebende Steine.

Urheber: Bruce from San Francisco, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lithops_garden.jpg; Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.
Mimikry - Warnunung
Eine weitere Art der Tarnung stellt die Mimikry dar. Es handelt sich dabei und eine Warntracht, wobei Eigenschaften zweier Arten angenommen werden, sodass eine dritte Art diese nicht unterscheiden kann.
Es gibt dabei vier unterschiedliche Definitionen:
- Die Bates’sche Mimikry beschreibt das Tragen einer Warntracht als Schutzmimikry, bei der harmlose Lebewesen giftige/gefährliche Lebewesen nachahmen. Sie täuschen so diejenigen Beutegreifer, die bereits schlechte Erfahrungen mit giftigen Tieren gemacht haben. Ein Beispiel dafür ist die Wespenschwebfliege:
eine bestäubende Fliege, sie sieht aus wie eine Biene oder Wespe
Urheber: Alvesgaspar, Link: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hoverfly_December_2007-5.jpg, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.
- Eine weitere Definition ist die Müller’sche Mimikry: Tiere, die Müller’sche Mimikry betreiben, verbinden Giftigkeit mit einer auffälligen Färbung. Bunte, leuchtende Farben dienen dabei der Abschreckung von Beutegreifern. Macht beispielsweise ein Vogel schlechte Erfahrungen mit einem giftigen Pfeilgiftfrosch, prägt sich die auffällige Färbung ein und der Vogel wird in Zukunft eher davon absehen einen Frosch mit einem ähnlichen Aussehen anzugreifen. Die auffällige Farbe erhöht also die Chance des Überlebens für den Frosch. Oft weisen auch unterschiedliche Tiere dieselben Merkmale auf, wie beispielsweise Bienen, Wespen und Hummeln, die alle ein ähnliches Streifenmuster haben. Ein weiteres Beispiel ist die Ameisenspringspinne:

Urheber: Sarefo, Link: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Myrmarachne.formicaria.male.3.jpg, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.
- Eine dritte Definition lieferte Merten. Er stellte dar, dass sich zwei Arten (eine gefährliche und eine ungefährliche) sich einer mittelgefährlichen Art anpassen. Beide Arten haben dadurch Vorteile, weil die gefährliche Art leichter an Beute rankommt, da sie weniger gefährlich erscheint und die ungefährliche Art weniger Fressfeinde hat, da sie gefährlicher eingestuft wird. Ein gutes Beispiel liefert dabei die Familie der Korallenotter.
- Eine vierte und letze Definition brachte Peckham. Dieser beschreibt eine Anpassung an die Umwelt zur Anlockung von Beute. Der Seeteufel zum Beispiel bildete eine Angelrute um Fische anzulocken (siehe erstes Bild). Andere Beutegreifer ahmen die bevorzugte Beute der eigenen Beute nach, um Letztere anzulocken. Die Geierschildkröte (siehe zweites Bild) lauert am Grund von Gewässern auf Beute, die sie mit Hilfe des wurmähnlichen Fortsatzes an ihrer Zunge anlockt. Dabei halten Fische denselben für Nahrung und nähern sich dem geöffneten Maul der Schildkröte, die dann nur noch zuschnappen muss.

Urheber: User Meocrisis on de.wikipedia, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Seeteufel_mit_aushängender_Lampe.jpg, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported
Urheber; Lizenz: 壽山動物園 Shoushan Zoo; Attribution
Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alligator_Snapping_Turtle_in_Shoushan_Zoo.jpg
Vorteile und Nachteile von Mimikry als Warnung
Ein Nachteil für Beutegreifer ist der Verzicht auf den Fang möglicher Beute. Im Gegenzug aber entgehen sie Vergiftungen und können sich fortpflanzen, was zum Erhalt der eigenen Art beiträgt.
Tiere, die eine Warntracht tragen, müssen Gift und Farbpigmente aufwändig herstellen. Gleichzeitig verringert sich aber die Wahrscheinlichkeit einem Beutegreifer zum Opfer zu fallen.
Das System der Mimikry als Warnung funktioniert nur, solange die Anzahl der harmlosen Nachahmer nicht zu hoch ist. Denn dann würden Beutegreifer weniger mit giftiger/gefährlicher Beute in Kontakt kommen und sich nicht mehr abschrecken lassen.
Meister der Mimikry - der Mimik-Oktopus
Der Mimik-Oktopus (Thaumoctopus mimicus) ist mit einer Größe von etwa 60cm ein eher kleiner Oktopus, der vor allem in flachen Gewässern des Indopazifiks vorkommt. Er kombiniert seien Fähigkeit Hautfarbe und -textur zu ändern mit dem Verändern von Körperform und Bewegungen, um andere Tiere wie Seeschlangen, Rotfeuerfische, Flundern und Krabben nachzuahmen. Dafür beobachtet der Mimik-Otopus diese Tiere zunächst und ahmt dann deren Aussehen und Verhalten nach. Diese Fähigkeit nutzt er entweder zum Anlocken von Beutetieren oder um selbst Beutegreifern zu entkommen.
Urheber; Lizenz: Steve Childs; https://crativecommons.org/licenses/by/2.0
Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mimic_Octopus_2.jpg
Was meinst Du? Wie schützt sich ein Feuersalamander vor dem Gefressenwerden durch Vögel?
Ist das eine Mimikry?

Feuersalamander produzieren ein Gift unter der Haut, welches sie sehr unbekömmlich für Vögel und andere Räuber macht. Für Menschen ist es ungefährlich.
