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Homo habilis

1. Allgemeines

      • gilt als erster Vertreter der Gattung "Homo"
      • die Übersetzung von "habilis" (lat.: geschickt, begabt) bezieht sich auf den ersten Werkzeuggebrauch in der Evolution des Menschen (siehe 3. Lebensweise)
      • aus dem Alter der Funde von Homo habilis lässt sich ableiten, dass er vor ca. 2,1-1,5 Millionen Jahren lebte
      • eine umstrittene These ist, ob der Homo habilis der Vorfahre des Homo erectus (siehe 09. Homo erectus) ist, da diese ca. 500.000 Jahre im gleichen Verbreitungsgebiet nebeneinander existierten
      • der Homo habilis existierte etwa zeitgleich mit dem Homo rudolfensis 
      • Größe: ca. 1,45m
      • Gewicht bei Frauen 30-40 kg und Männer 50-90 kg (Erklärung siehe 3. Lebensweise

2. Anatomie

Anatomischer Vergleich des Homo habilis zu Australopithecus:

Gemeinsamkeiten:

      • noch relativ große Brauenwülste beim Homo habilis
      • Oberschenkel- und Fußknochen beider Gattungen ähneln sich
      • ähnliche Körperproportionen (Größe)

Unterschiede:

      • größeres Gehirnvolumen des Homo habilis (590-710 cm³) im Vergleich zu 400-550 cm³ beim Australopithecus
      • Homo habilis besitzt einen opponierbaren Daumen, welcher einen Präzisionsgriff ermöglicht
      • die Zähne des Homo habilis waren vergleichsweise kleiner
      • die Gesichtsknochen des Homo habilis deuten auf eine Zugehörigkeit zur Gattung Homo hin
      • der Schädel des Homo habilis ist stärker gerundet als der des Australopithecus

Unter Anbetracht der vielen Gemeinsamkeiten zwischen dem Homo habilis und dem Australopithecus ist die Einordnung des Homo habilis zur Gattung der Homos umstritten. Ferner unterscheiden sich die Funde des Homo habilis häufig in Teilen ihrer Anatomie, sodass eine evolutionäre Einordnung des Homo habilis zusätzlich erschwert wird.

 

Besonderheiten der Schädelanatomie:

Schädel des Homo habilis

Quelle Bild: Public Domain von Wikipediauser "Locutus Borg" - Thank you!

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/45/Homo_habilis-KNM_ER_1813.jpg

Auffallend sind die ausgeprägten Augenbrauen-wülste. Herausstechend ist außerdem das noch sehr stark entwickelte Jochbein, was auf den primären Verzehr von Pflanzen hindeutet, da am Jochbein die Kaumuskulatur ansetzt. Des Weiteren ist das Stirnbein noch nicht deutlich ausgeprägt. Sowohl das Gesichtsskelett als auch die Zähne sind im Vergleich zum Australopithecus kleiner, jedoch größer als die der phylogenetisch jüngeren Vertreter der Gattung Homo.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  3. Lebensweise

Aufgrund von Fußfunden wird vermutet, dass dem Homo habilis der aufrechte Gang möglich war. Allerdings deuten sie auch auf ein teilweises Leben in den Bäumen hin. Der Homo habilis war noch kein Jäger, sondern ernährte sich hauptsächlich von Beeren, Knollen und Wurzeln. Er war somit vorallem ein Pflanzenfresser und ergänzte seine Nahrung durch den Verzehr von Aas. Die Nahrungsergänzung durch Fleisch war wichtig für die Gehrinentwicklung und die Aufrechterhaltung der Gehirnfunktionen, weil sie die Energie aus Lipiden und Proteinen des Fleisches lieferte. Im offenen Gelände war er aber aufgrund seiner schlechten Durchsetzungsfähigkeit gegenüber anderen Aasfressern unterlegen. Durch den Gebrauch einfacher Steinwerkzeuge (siehe untere Grafik), der durch den Präzisionsgriff mit dem opponierbaren Daumen ermöglicht wurde, konnte Fleisch von den Knochen abgetrennt und Markknochen und Schädel aufgeschlagen werden, um Gehirn und Knochenmark herausholen zu können. Der Einsatz dieser Steinwerkzeuge ist ein erstes Anzeichen der Kulturfähigkeit und somit auch ein Gattungsmerkmal des Menschen. Im Gegensatz zum Homo erectus konnte der Homo habilis kein Feuer nutzen. Über das Sozial- und Kommunikationsverhalten des Homo habilis ist nicht viel bekannt, allerdings vermuten Anthropologen, dass der Homo habilis schon Ansätze zur Kommunikation mit Artgenossen aufweist. Diese wird durch die Erkenntnis, dass das Broca-Areal, welches eine entscheidende Rolle bei der motorischen Sprachfähigkeit spielt, bereits deutlich ausgeprägt ist, untermauert.

 

Werkzeuge Homo habiilis

 Die dargestellten Werkzeuge wurden zum Schneiden von Fleisch, Pflanzen oder Holz verwendet.

 

 

4. Verbreitung

 

Verbreitungsgebiet Homo habilis in Afrika

Der Homo habilis lebte hauptsächlich in Tansania, Kenia und Äthopien und somit im Südosten Afrikas (siehe Karte). Der Hauptfundort ist die Olduvai-Schlucht. Dort wurden neben Werkzeugen 9 Schädelreste, 4 Unterkieferfragmente, 19 Zähne und 8 Fragmente von Skelettpartien gefunden. Eine eindeutige Abgrenzung vom Homo rudolfensis, der im gleichen Verbreitungsgebiet (insbesondere dem Rudolfsee in Kenia) lebte, ist nicht möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle Bild: Public Domain von Wikipediauser "NASA" - Thank you!

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Africa_satellite_plane.jpg

 

 

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