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Name: Soufian Pöthe, 2017-06

 

Unter Schädlingsbekämpfung versteht man chemische, physikalische und biologische Maßnahmen zur Bekämpfung von als Schädlingen angesehenen Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen.

Tierische Organismen oder Pilze bezeichnet man als Schädlinge, wenn sie Güter befallen, Vorräte in ihrem Wert mindern oder unbrauchbar machen oder das Wohlbefinden oder die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen.

 

Man unterscheidet hierbei unter mehreren Gruppen:

1. Materialschädlinge: die Holz, Leder, Papier, Textilien befallen (Kleidermotten; Teppichkäfer)

2. Vorratsschädlinge: die Lebensmittel ungenießbar machen (Nagetiere; Insekten)

3. Gesundheits- und Hygieneschädlinge: die Krankheitserreger übertragen oder Allergien hervorrufen (Wanzen; Zecken)

4. Lästlinge: die für den Menschen nicht gefährlich sind, deren Anwesenheit jedoch als störend empfunden wird. (Fliegen; Wespen)

 

Man unterscheidet bei der Schädlingsbekämpfung unter drei Bekämpfungsmethoden:

1. Chemische Schädlingsbekämpfung: 

Einsatz chemischer Substanzen (Biozide, Pestizide, Biopestizide) zur Bekämpfung von Schadorganismen mit dem Ziel, deren Anzahl unter die Schadenschwelle zu bringen bzw. dort zu halten. Die Pestizide werden meist in flüssiger Form im Spritz-, Sprüh- oder Nebelverfahren ausgebracht. Wendet man die chemischen Mittel jedoch zu häufig an, so kann es dazu kommen, dass die Schädlinge resistent gegen das Mittel und dessen Wirkstoff werden. 

Insektizide: gegen Insekten

Fungizide: gegen Pilze 

Herbizide: gegen Unkraut 

 

2. Physikalische Schädlingsbekämpfung: 

In der physikalischen Schädlingsbekämpfung werden physikalische Gesetzmäßigkeiten ausgenutzt. Zu den bekanntesten physikalischen Schädlingsbekämpfungen zählen die mechanischen Mittel. So wird mit Hilfe der Temperatur versucht die Zahl der Schädlinge durch Kälte- bzw. Hitzetod zu verringern. 

 

3. Biologische Schädlingsbekämpfung: 

Verwendung von Lebewesen zur Begrenzung bestimmter schädlicher Tiere und Pflanzen mit dem Ziel, die Schädlingspopulation zu verringern. Dazu setzt man häufig Nützlinge ein. Nützlinge sind Räuber oder Krankheitserreger der Schädlinge.

1. die Einbürgerung neuer Nützlingsarten, jedoch kann dies auch zu unkontrollierbaren ökologischen Problemen kommen, wenn nicht die Schädlinge angegriffen werden.

2. die Förderung und Erhaltung der natürlichen Feinde durch Verbesserung ihrer Lebensbedingungen 

3. periodisches Freilassen von Nutzorganismen zur Überbrückung problematischer Perioden im Jahr. 

4. Selbstvernichtungsverfahren, die die Fortpflanzungsfähigkeit eines Teils der Schädlingspopulation durch Eingriffe in das Erbgut stark herabsetzt. 

Jedoch ist die biologische Schädlingsbekämpfung nicht ganz problemfrei. Auf der einen Seite muss die Bekämpfung der Schädlinge schon beim Beifallsbeginn einsetzten, damit die ausgebrachten Nützlinge noch in der Lage sind, die Menge der Schädlinge zu reduzieren. Auf der anderen Seite kommt es durch die Nützlinge und ihre Ausscheidungen zu Verunreinigungen der Güter.

Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung unterscheidet man auch zwischen drei Möglichkeiten:

1. Krankheitserreger: Dabei werden gezielt Viren ausgebracht, welche den Stoffwechsel der schadhaften Insekten schädigen kann. Diese Methode wird häufig bei schadhaften Schmetterlingsraupen durchgeführt (Bakterium "Bacillus thuringiensis").

2. Parasitoiden: Hierbei entwickeln sich Organismen in einem anderen Lebewesen, was letztendlich zum Tod des Wirtstieres führt. Ein Beispiel dafür sind beispielsweise Schlupfwespen und Nematoden. 

3. Räuber: Die Fressfeinde werden dabei gezielt in direkter Nähe angesiedelt, um den Befall einzudämmen. 

 

Positiver Nebeneffekt der Behandlung:

- Der Aufwand ist geringer als beim Einsatz von Hausmitteln.

- Die Kosten zwischen chemischer und biologischer Bekämpfung sind etwa gleich.

- Keine gesundheitlichen Risiken für Menschen und Haustiere.

Nachteile:

- Ein begrenztes  Anwendungsgebiet.

- Zuverlässigkeit und Effektivität ist nicht immer hundertprozentig gegeben.

 

Beispiele:

- Die Anbringung von Nistkästen zur Ansiedlung insektenfressender Vögel oder von Sitzstangen für Greifvögel zur Dezimierung von Nagetieren.

- Durch Fledermauskästen kann ein Bestand der dämmerungs- und nachtaktiven Flugsäuger zur Dezimierung von Stechmücken beitragen, aber auch einem Maikäferbefall entgegenwirken.

- Ein modernes Beispiel ist die Bekämpfung von im Boden lebenden Insektenlarven, wie die des Gefurchten Dickmaulrüsslers oder des Gartenlaubkäfer, mit insektenpathogenen Nematoden. 

- Im Bio-Anbau werden auch Marienkäfer und ihre Larven gegen Blattläuse eingesetzt.

- Die Lagererzwespe wird gegen die Vorratsschädlinge Kugelkäfer und Messingkäfer eingesetzt. 

- Die Schlupfwespe wird gegen Lebensmittelmotten eingesetzt.

- Ein weiteres Beispiel für biologische Schädlingsbekämpfung, in diesem Fall durch Pflanzeninhaltsstoffe, ist die Biofumigation, die sich in einigen Pflanzen enthaltenes Isothiocyanat (Senföl) zunutze macht, um bodengebundene Krankheitserreger zu reduzieren. 

- Zur Verminderung der Engerlinge (Larven) werden Nematoden eingesetzt, die wie die Engerlinge im Boden leben. Diese Nützlinge dringen in die Engerlinge ein und sondern im Engerling ein symbolisches Bakterium ab. Nach 2-3 Tagen stirbt der Engerling. Im befallenen Schädling vermehren sich die Nematoden. Nach 2-3 Wochen verlassen die Nützlinge das tote Wirtstier und befallen neue lebende Engerlinge.

 

Die biologische Schädlingsbekämpfung kann jedoch auch große Gefahren mit sich bringen, wenn die eingebrachten Organismen/Lebewesen selbst zur Plage werden. Ein bekanntes Beispiel ist die Einführung der Aga-Kröte in Australien, die sich, ursprünglich zur Bekämpfung eines Zuckerrohrschädlings vorgesehen, selbst zur Plage entwickelt. Somit kann die biologische Schädlingsbekämpfung immer ökologische Folgen beinhalten!

 

 

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