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Name: Denis J., 2018-06

 

Was sind tropische Regenwälder?

Tropische Regenwälder findet man ausschließlich in der Klimazone der immerfeuchten Tropen. Ihre Verbreitung verteilt sich beidseits entlang des Äquators bis zum ca. 10. Breitengrad. Zu finden sind die tropischen Regenwälder in Australien, Südasien,  Afrika sowie Süd- und Mittelamerika. Es gibt jedoch auch Regionen entlang des Äquators, in denen sie gänzlich fehlen, z.B. in der ostafrikanischen Passat-Monsun-Zone.
Bei tropischen Regenwäldern nimmt man eine Unterscheidung zwischen Tieflandregenwäldern (bis ca. 800m Höhe) und Nebelwäldern, welche sich in höher gelegenen Bergregionen befinden, vor.


Klima der tropische Regenwälder

Durch die Nähe zum Äquator, schwankt die Tageslänge nur geringfügig, sodass täglich die Sonne ca. 12 Stunden scheint. Während es am Vormittag durch steigende Sonneneinstrahlung zur Verdunstung des Regenwassers aus Boden und Luft kommt, welches sich im Himmel zu dichten Regenwolken zusammenballt, entstehen nachmittags schließlich starke Regenfälle und Gewitter.
In der Klimazone der immerfeuchten Tropen kommt es maximal zu 3 ariden Monaten, d.h., dass in mindestens 9 Monaten die Niederschlagsrate die Verdunstungsrate übersteigt. Somit kommt es zu einer ganzjährlich hohen Boden- und Luftfeuchtigkeit. Charakteristisch für tropische Regenwälder ist eine jährliche Regenmenge von 2000 bis 4000 Millimetern. Auch die Temperaturen sind das ganze Jahr nur geringen Schwankungen von etwa 24°C bis 30°C unterworfen.
Da keine klimatischen Jahreszeiten existieren und somit keine Vegetationspausen vorkommen, spricht man von Tageszeitenklima. Dies bedeutet, dass die Temperaturschwankungen innerhalb eines Tages höher sind als die  Schwankung der Minimal- oder Maximaltemperatur innerhalb eines Jahres. Frühling, Sommer, Herbst und Winter werden durch die Begriffe Regen- und Trockenzeit ersetzt.
Insgesamt zeichnet sich der tropische Regenwald durch eine Gleichförmigkeit des Klimas aus.


Merkmale der tropische Regenwälder

Ein typisches Merkmal des tropischen Regenwaldes ist der Stockwerkbau, auch Stratifikation genannt. Damit wird die vertikale Schichtung der Vegetation beschrieben. Die unterschiedlichen Vegetationsschichten des Regenwaldes werden durch die verschiedenen Wuchshöhen der einzelnen Pflanzen festgelegt.
Vom Wurzelwerk über die Bodenschicht hin zur Krautschicht über das Buschwerk bis zum Hauptkronendach und den Kronen der Baumriesen in ca. 60 m Höhe, werden die verschiedenen Vegetationsschichten von unterschiedlichen Pflanzen und Tieren besiedelt. Eine strenge Trennung der unterschiedlichen Etagen ist jedoch nicht möglich. Es erfolgt ein fließender Übergang.
Aufgrund der in den verschiedenen „Stockwerken“ herrschenden ökologischen Bedingungen besitzt der tropische Regenwald die höchste Artenvielfaltsdichte weltweit.
Durch die hohen Niederschlagsraten fließen wichtige Flüsse durch die meisten tropischen Regenwälder, wie zum Beispiel der Amazonas.


Böden der der tropische Regenwälder

Bei tropischen Regenwäldern handelt es sich um üppig begrünte Wälder. Dies ermöglicht vor allem die durchgängige Wasserversorgung. Der Untergrund ist jedoch sehr nährstoffarm und deshalb unfruchtbar. Aufgrund des durchweg feucht-warmen Klimas seit Millionen von Jahren, ist das Gestein unter der Erde stark verwittert.
Die rötliche Färbung vieler tropischer Böden entsteht durch die Anreicherung von Eisen- und Aluminiumoxiden.  So entstehen versauerte, kaolinithaltige Böden, welche eine geringe Kationenaustauschkapazität besitzen.
Für Pflanzen dienen die Böden somit lediglich zur Verankerung, nicht aber zur Nährstoffversorgung. Nur durch Anpassung an diese unfruchtbaren Böden kommt es zu der vorherrschenden üppigen Vegetation, wie sie heutzutage in tropischen Regenwäldern zu finden ist.


Stoffkreisläufe in den tropische Regenwäldern

Durch die dichten Baumkronen, gelangt der größte Teil der Niederschläge nicht bis zum Boden. Das Wasser wird überwiegend von den in den Baumkronen lebenden Epiphyten (Pflanzen, die auf anderen Pflanzen wachsen) und Tierarten genutzt.
Aufgrund des feucht-warmen Klimas, ist es den Destruenten möglich, abgestorbene Biomasse schnell zu zersetzen. Die dadurch freigesetzten Mineralstoffe werden von den Pflanzen sofort aufgenommen. Somit kann es zu keiner Mineralstoffanlagerung im Boden kommen. Durch die häufigen und starken Regenfälle würden die Mineralstoffe einfach ausgewaschen werden. Die beschleunigte Aufnahme verhindert dies.
Vor allem in gerodeten Gebieten ist der Stoffkreislauf zerstört, da die Böden durch die Rodung vollkommen unfruchtbar werden. Diese Gebiete können sich nicht regenerieren.


Flora und Fauna der tropische Regenwälder

Im tropischen Regenwald existiert die größte Artenvielfalt weltweit. Zwar nehmen tropische Regenwälder nur ca. 7% der Erdoberfläche ein, dennoch befinden sich dort Schätzungen zu Urteile ca. 40% bis 70% der weltweit lebenden Tier- und Pflanzenarten. Dies wären etwa 20 bis 30 Millionen Arten.
Eine Faustregel für Insekten besagt, dass es leichter sei 10 verschiedene Arten zu finden als 10 Lebewesen einer Art. Ausnahme sind dabei staatenbildende Insekten (z.B. Ameisen).
Vor allem der Nährstoffmangel in den Böden verhindert die extreme Vermehrung einer Art. Die Artenvielfalt wird somit begünstigt.

Flora

Charakteristisch für die tropische Pflanzenwelt ist die extreme Wachstumsdichte der Pflanzen. Auch die bereits oben thematisierte Stratifikation bzw. der Stockwerkbau ist ein typisches Merkmal der Flora.
Die Bäume sind durch flache, auslaufende Brett- oder Stelzwurzeln im Boden verankert.

Fauna

Mengenmäßig nehmen die Gliederfüßer, wie beispielsweise Insekten oder Spinnentiere, den größten Anteil der Fauna ein. Durch die immer fortverlaufende natürliche Selektion kommt es zur fortschrittlichen Anpassung der Tierwelt an die ökologischen Bedingungen des tropischen Regenwaldes.
Auch für kleine Gruppen an Säugetieren bietet der Regenwald einen geeigneten Lebensraum.


Der Mensch im tropischen Regenwald

Die tropischen Regenwälder unserer Erde stellen nicht nur für die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch für den Menschen einen Lebensraum dar. Indigene Völker, welche ausschließlich von den Produkten des Regenwaldes leben, isolieren sich von der Außenwelt. Als Jäger und Sammler bauen sie jedoch auch eigene Pflanzen an.
Aufgrund der Rodung und der Rohstoffausbeutung des Regenwaldes, ist auch das Leben der Urvölker bedroht. Die internationalen Rechte dieser Völker tragen jedoch zum Schutz und zur Erhaltung der tropischen Regenwälder bei.


Probleme der tropische Regenwälder

Tropische Regenwälder sind durch die verschiedenen Aktivitäten des Menschen bedroht. Die Abholzung bildet das größte Problem. Waldbrände nach Rodungen sind keine Seltenheit. Auch die Jagd auf Wirbeltiere beeinflusst das Ökosystem negativ.
Zusätzliche Probleme entstehen durch politische Konflikte, welche oft gewaltsam ausgetragen werden.

 

Schutzmaßnahmen für tropische Regenwälder

Die Errichtung von Schutzgebieten ist durch Unterfinanzierung leider oft nicht sehr effektiv. Obwohl der Handel mit Forstprodukten nur schwer kontrollierbar ist, kann eine erweiterte Liste der gefährdeten Arten sowie Zertifizierungsmaßnahmen zum Schutz beitragen.
Spezielle Aufforstungsprogramme können zerstörte Gebiete wieder regenerieren. Die aktuelle Situation des tropischen Regenwaldes ist somit nicht hoffnungslos.

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