Name: Leonie Zippel, 2022-07


1) Allgemeine Informationen 

Zecken sind Spinnentiere, genauer gesagt gehören sie zur Gruppe der Milben. Es existieren weltweit ungefähr 950 Arten, in Deutschland sind es circa 20 Arten. Zecken sind Ektoparasiten, das bedeuten sie leben auf dem Wirt. Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Zecken: Schildzecken und Lederzecken. Die in Deutschland häufiger vorkommende Art ist die Schildzecke.

 

2) Körpermerkmale

Da Zecken Spinnentiere sind, besitzen sie acht Beine. Sie lassen sich in einen vorderen Teil (Captitulum) und in einen hinteren Teil (Idiosoma) einteilen. Scherenartige Mundwerkzeuge mit zahnförmigen Vorsprüngen ritzen die Haut des Wirtes ein. Ein Stechrüssel mit Widerhaken ist der Grund, dass es sich nicht wie oft angenommen um einen Zeckenbiss handelt, sondern um einen Zeckenstich.
Ein Haftpolster an der Unterseite der Zecke dient zum Festhalten an glatten Oberflächen. Zur Orientierung dient das "Hallersche Organ", welches Duftstoffe aus der Umgebung aufnimmt und erkennt. Bei Schildzecken befindet sich das namensgebende Schild auf dem Idiosoma, bei Männchen ist es deutlich größer als bei Weibchen.

 

3) Wirtsbefall

Man findet Zecken meist im Gras oder an Sträuchern, wo sie in der Jagdposition die Vorderbeine hochstreckt. Wenn ein potenzieller Wirt die Zecke streift, greift sie sich fest. Dafür sind Sekundenbruchteile ausreichend. Zecken suchen dünnhäutige, eher feuchte und gut durchblutete Stellen (bei Menschen: Kniekehlen, unter den Armen, im Nacken) auf ihrem Wirt. Dort reißen sie die Haut auf, stechen zu und saugen Blut.
Während des Stechens gibt die Zecke mit ihrem Speichel Enzyme ab, welche die Stelle betäuben und verhindern, dass das Blut des Wirts gerinnt. Sobald sie vollgesaugt ist, lässt sie sich abfallen.

 

4) Übertragung von Krankheiten

Zecken sind in der Lage, Krankheitserreger zu übertragen, ohne selber zu erkranken. Bekannte Beispiele dafür sind Borreliose, eine Infektionskrankheit, welche meist das Nervensystem und Gelenke befällt und FSME, was zu grippeartigen Symptomen, sowie Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten führen kann. Gegen letzteres existiert eine vorbeugende Impfung. Deshalb ist es wichtig, Zeckenstiche nach dem Entfernen der Zecke immer im Blick zu behalten.

 

5) Vermehrung

Die Vermehrung der Zecken durchläuft drei Stadien. Im Folgenden wird sie am Beispiel des Gemeinen Holzbocks (häufigste Zeckenart in Deutschland) erläutert. Ein Vermehrungzyklus dauert etwa zwei bis sechs Jahre. Zu Beginn legt das Zeckenweibchen 2.000- 3.000 Eier ab, was Zecken zu r-Strategen macht. Diese hohe Anzahl ist notwendig, da die Überlebensrate bei 1% liegt. 
Aus den Eiern schlüpfen Larven, welche ungefähr 0,5mm groß sind und sechs Beine besitzen. Um das nächste Entwicklungsstadium zu erreichen, braucht die Zecke eine Blutmahlzeit. Sie befällt kleinere Tiere, saugt sich voll und fällt ab. Nach einigen Wochen entwickelt sie sich zur Nymphe, sie hat nun acht Beine. In diesem Stadium findet man sie besonders oft bei Menschen, da die Zecke eine weitere Blutmahlzeit braucht, um sich weiterzuentwickeln. Nach dieser häutet sich die Zecke und wird eine adulte Zecke. Erst in diesem Stadium bildet sie ein Geschlecht. Nur weibliche Zecken nehmen dann eine nächste Blutmahlzeit ein und beginnen anschließend mit der Begattung. Danach legt sie Eier und der Zyklus wiederholt sich.

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