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Name: Lauritz Schulz, 2012 
Jenny Brotzmann 2013
Jakob Schneider 2015

 

Aggressives Verhalten

Um seine eigene Fortpflanzung zu sichern, müssen sich Tiere einer Art ihren Konkurrenten stellen. Durch den Konkurrenzkampf entstehen von Zeit zu Zeit Konflikte (z.B. um ein Weibchen oder ein Jagdgebiet) bei denen die Tiere ein aggressives Verhalten ihrem Kontrahenten gegenüber aufweisen.  Dadurch kann er (über-)lebenswichtige Dinge erkämpfen oder verteidigen.

Bei einem Konflikt mit aggressivem Verhalten steht am Anfang das Drohen bzw. Imponieren. Es zielt auf eine Einschüchterung oder Vertreibung des Kontrahenten ab. Charakteristisch dafür sind die Vergrößerung des Körperumrisses (Aufstellen von Haaren oder Federn usw.), das Zeigen von Angriffswaffen (Zähne usw.) oder das Anspannen von Muskeln sowie teilweise akustische Signale (Fauchen usw.). Das Imponieren zielt häufig auf die Anlockung von Artgenossen des anderen Geschlechts ab und geht meistens von Männchen in der Paarungszeit aus. Auf Grund dessen wirkt es gegenüber Artgenossen des selben Geschlechts abweisend. Meist endet die Auseinandersetzung in diesem Anfangsstadium durch die Aufgabe eines der beiden Tiere.


Kommt es zu einem Kampf, so werden die "Waffen" des jeweiligen Tieres eingesetzt. Verletzen sich die Tiere, so bezeichnet man den Kampf als Beschädigungskampf.

Zumeist kommt es aber zu einem durch bestimmte Handlungsabfolgen geregelten Kampf, bei dem die gefährlichen "Waffen" gar nicht eingesetzt werden. Diese Kampfart nennt man Kommentkampf.

Am Ende einer Kampfhandlung steht bei vielen Arten die Demutshaltung. Bei dieser Haltung werden von dem Unterlegenen meist empfindliche Weichteile gezeigt oder es wird das Gegenteil der Drohgebärde ausgeführt, also zum Beispiel wird der Körperumriss verkleinert. Dadurch wird der Überlegene zu einem Kampfabbruch bewegt.

Sieger einer Kampfhandlung ist das stärkere und wendigere Tier. Auch das Maß an Kampfbereitschaft spielt eine Rolle.

Alle Handlungen, die während des Kampfes zum Angriff, dem Beharren oder der Flucht dienen, werden als agonistische Verhaltensweisen bezeichnet.

 

 

Intraspezifische Aggression

  • Aggressives Verhalten zwischen Tieren einer Art
  • Rivalität um Wohn-/Nist- und Futterplätze oder um Geschlechtspartner
  • bei Angriff -> Verteidigung des eigenen Reviers
  • bei Rudeltieren -> Aufsteigen in der Rangordnung/ Behaupten der eigenen Position in der Rangordnung

    => Abschreckung/Verdrängung/Unterwerfung von Artgenossen
    => mehr oder weniger "friedlich"  -> nicht auf Tötung ausgerichtet
    => Lebenswichtige Ressourcen zu sichern

 

Interspezifische Aggression

  • Aggressives Verhalten gegenüber Tieren einer anderen Art
  • Jagd von Beute
  • Verteidigung/Schutz von Nachkommen/Partnern/Rudelpartnern

    =>zielt auf Verletzung/Tötung von Angreifern, oder der Beute ab

 

Aggressionstheorien (bei Tieren und Menschen)

1) Frustrations Aggressions-Theorie (klassische Theorie): Frustration ist die Störung einer zielgerichteten Aktivität eines Lebewesens. Aggression ist jedes Verhalten, das auf die Verletzung eines Organismus zielt.

Kernaxiome:1)Aggression ist immer die Folge von Frustration 2)Eine Frustration führt immer zu einer Form von Aggression

Zusatzaxiome:Die Stärke der Bereitschaft zur Aggression hängt 1)von der Stärke der gestörten Aktivität 2)von der Stärke der Störung und 3)von der Anzahl der Frustrationen ab.

zusätzliche Aussagen:1)Die Aggression ist am stärksten gegen den Frustrierenden 2)Die Erwartung der Bestrafung einer Aggression und die Erziehung zur Kontrolle können zur Hemmung der Aggression führen 3)Häufige Hemmungen führen zu Selbstaggression 4)Das Ausführen einer Aggression reduziert die Aggressionsbereitschaft (Katharsishypothese)

 

2) Lerntheorie der Aggression (Albert Bandura):

Aggressives Verhalten kommt ausschließlich durch Lernen zustande und führt zur Befriedigung von Bedürfnissen und zum Erreichen von Zielen. Dadurch entwickelt sich die Erwartung, auch in Zukunft durch aggressives Verhalten Erfolg zu haben. Dieses wird durch Lob und Belohnung verstärkt. Für das Erlernen von Aggressionen spielen Verstärker als auch Konditionierungskonzepte eine Rolle.

Aggressives Verhalten wird auch am Modell gelernt: Aggressives Verhalten anderer, das erfolgreich ist, das gerechtfertigt oder verherrlicht oder ungestraft bleibt, erhöht ebenfalls die Erwartung, dass eigenes aggressives Verhalten zu den angestrebten Zielen führt.

 

3) Konrad Lorenz' Triebtheorie der Aggression 

(nicht mehr aktuell-> widerlegt) : Aggression entsteht aus endogener ,,Antriebserzeugung'' (''Antrieb'' hat keine Verwendung mehr in der Verhaltensbiologie). Diese staut sich auf und führt zu wachsender Handlungsbereitschaft und Appetenzverhalten. Bei starker Handlungsbereitschaft kann es so zu rein endogen verursachtem aggressiven Verhalten kommen, ohne das äußere Ursachen eine Rolle spielen.

Widerspruch der Wissenschaft: kein Mechanismus des Staus von aggressiven Verhalten existent! Es gibt keinen Grund für friedlebende Lebewesen ohne Konkurrenten aggressives Verhalten auszuüben./ Es ist manchmal sinnvoll eine gewisse Aggressivität zu zeigen um seine Position zu behaupten. Je nach ökologischen Bedingungen ist also ein Erhalten der Handlungsbereitschaft oder ein Absenken sinnvoll.

Synthetische Theorie zur Aggression (aktuell) :

Sämtliche Formen aggressiven Verhaltens lassen sich nicht durch ein Modell allein, sondern nur aus unterschiedlichen Faktoren mehrerer verschiedener Modelle erklären. Der Grad der Aggressivität wird mit beeinflusst von...

  • der individuellen genetischen Ausstattung / der hormonalen Disposition
  • Wahrnehmungen und Empfindungen
  • sozialen Aspekten (z.B. Rangordnungen in Gruppen)
  • äußeren Gegebenheiten, die das Wohlergehen mitbestimmen (beim Menschen: Arbeitsplatz, persönlicher Freiraum etc.)
  • Traditionen, Verhaltenskonventionen, allgemeingültige Regeln und dem Verhalten von Vorbildern (direkt oder indirekt)

 

Proximate Ursachen aggressiven Verhaltens

1) Genetische Grundlagen

2)Hormonelle Einflüsse (beteiligt an der Steuerung der Handlungsbereitschaft)

3)Umweltbedingungen  (z.B. knappe Ressourcen)

4)Lernen aggressiven Verhaltens (Erfahrung, Sozialisationsbedingungen)

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