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Namen: Irene Papendieck & Hanna Richter, 2020-01

 

 

Klassische Konditionierung (bedingte Appetenz / bedingte Aversion) sowie operante Konditionierung (bedingte Aktion / bedingte Hemmung) sind Lernformen, die mit guten und schlechten Erfahrungen verknüpft werden.

Die Zuordnung bestimmter Situationen zu den verschiedenen Lernformen ist insbesondere im Bereich der Konditionierung nicht immer ganz einfach und beruht auf einer sehr genauen Analyse der Situation.
Das folgende Schema soll dazu dienen, diese Zuordnung zu erleichtern:

 

Begriffserklärungen 

siehe: neutrale/unbedingte/bedingte Reize/Reaktionen

 

Klassische Konditionierung

vorher:

Neutraler Reiz   + unbedingter Reiz

=> unbedingte Reaktion/Reflex

nachher:

Bedingter Reiz

=> bedingte Reaktion/Reflex

 

vorher:

Beispiel: Mensch

Ton ertönt + Luftzug am Auge

 

=> Liedschluss

nachher:

Ton ertönt

=> Liedschluss

 

Klassische Konditionierung mit positiver Verstärkung = bedingte Appetenz

vorher:

Neutraler Reiz + positiver unbedingter Reiz

=> unbedingte Reaktion/Reflex

nachher:

Bedingter Reiz

=> bedingter Reaktion/Reflex

 

vorher:

Beispiel: Hund

Glockenklang + Futter sehen + futtern

 

=> Speichelfluss

nachher: 

Glockenklang

=> Speichelfluss

 

Klassische Konditionierung mit negativer Verstärkung = bedingte Aversion

vorher:

Neutraler Reiz + negativer unbedingter Reiz

=> unbedingte Reaktion/Reflex

nachher:

Bedingter Reiz

=> bedingte Reaktion/Reflex

 

vorher:

Beispiel: Pferd

Wegkreuzung + Fuchsbiss

 

=> Scheuen

nachher: 

Wegkreuzung

=> Scheuen

 

 

Operante Konditionierung

Operante Konditionierung mit positiver Verstärkung = bedingte Aktion

 

vorher:

Zufällige Aktion + neutraler Reiz

=> Belohnung (positive Verstärkung)

nachher:

Neutraler Reiz

=> Aktion

 

vorher:

Beispiel: Tauben

Picken des symmetrischen Bildes + symmetrisches Bild

 

=> Futtergabe

nachher:

Symmetrisches Bild

=> Picken des symmetrischen Bildes

 

Operante Konditionierung mit negativer Verstärkung

vorher:

Zufällige Aktion + neutraler Reiz

=> Beendung von Bestrafung (negativer Verstärkung)

nachher:

Neutraler Reiz

=> Aktion

 

vorher:

Beispiel: Ratte

Hebel drücken + Hebel

 

=> keine Stromschläge mehr

nachher: 

Hebel

=> Hebel drücken

 

Operante Konditionierung mit Hemmung = bedingte Hemmung

vorher:

Zufällige Aktion + neutraler Reiz

=> Bestrafung (Hemmung)

nachher:

Neutraler Reiz

=> nicht Ausführen der Aktion

 

vorher:

Beispiel: Hund

Leine ziehen + an der Leine gehen

 

=> Schmerz

nachher:

An der Leine gehen

=> nicht Leine ziehen

 

 

Zunächst unterscheidet man zwischen klassischer und operanter Konditionierung.

Bei der klassischen Konditionierung werden ein neutraler und ein unbedingter Reiz so miteinander verknüpft, dass nach der Konditionierung nicht nur der unbedingte Reiz die damit verbundene unbedingte Reaktion hervorrufen kann, sondern auch der vorher neutrale Reiz. Diesen nennt man nach der Konditionierung bedingter Reiz, die darauf folgende Reaktion bedingte Reaktion.Den genauen Ablauf der klassischen Konditionierung findest du unter Verhaltensbiologie: Klassische Konditionierung.

Als Unterkategorien der klassischen Konditionierung treten die bedingte Appetenz und die bedingte Aversion auf, welche häufig für Verwirrung sorgen. Das liegt vor allem daran, dass sie oft mit falschen Beispielen erklärt werden oder Situationen, die eigentlich eine Appetenz oder Aversion darstellen als Beispiele für die "normale" klassische Konditionierung genutzt werden, wie etwa die Hundeexperimente von Pawlow.
Bei der bedingten Appetenz gilt das Grundschema der klassischen Konditionierung, allerdings wird der unbedingte Reiz als positiv wahrgenommen, wie etwa die Futteraufnahme beim Hund.
Bei der bedingten Aversion verhält es sich ebenso, nur dass hier der unbedingte Reiz als negativ empfunden wird.
Da es kaum unbedingte Reize gibt, die vollständig neutral wahrgenommen werden, lässt sich sagen, dass es sich in den meisten Fällen von klassischer Konditionierung um Appetenzen oder Aversionen handelt.

Bei der operanten Konditionierung, welche v.a. in sogenannten Skinner-Boxen untersucht wird (mehr dazu s. Verhaltensbiologie: Skinner und die Operante Konditionierung), lässt sich allgemein sagen, dass der Handlungsablauf immer mit einer zufälligen Aktion beginnt, welche daraufhin durch positive oder negative Verstärkung oder durch Hemmung mit einem Reiz verknüpft und in der Folge häufiger oder im Fall der Hemmung weniger häufig ausgeführt wird, sobald dieser Reiz erneut auftritt.

Von positiver Verstärkung spricht man dabei, wenn auf die zufällige Aktion eine Belohnung erfolgt, meist in Form einer Futtergabe. Diese regt das Tier, welches konditioniert wird, dazu an, die Aktion zu wiederholen, um erneut eine Belohnung zu erhalten.
Bei der negativen Verstärkung führt die zufällige Aktion zur Unterlassung von einer Strafe, was gewissermaßen auch als Belohnung wahrgenommen wird und somit zur Wiederholung der Aktion führt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Unterbrechung von Stromschlägen durch das Drücken eines Hebels.

Trotz der vielen verschiedenen Begrifflichkeiten und Definitionen entsteht so schließlich ein schlüssiges Schema, mit dem sich fast alle Situationen, in denen Konditionierung vorliegt, problemlos und eindeutig in eine der 6 Kategorien einordnen lassen. 

 

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