Name: Paula Beres: 2026-04

 

Es gibt verschiedene Artdefinitionen:

Typologisches Artkonzept:

Bevor das biologische Artkonzept sich durchsetzen konnte, war man davon überzeugt, dass die Lebewesen einer Art eine Reihe von besonderen Kennzeichen aufweisen, wodurch man sie von anderen Arten unterscheiden konnte. Eine Art stellte nun einen "Typus" dar, der relativ unveränderlich und von anderen Typen klar getrennt ist. 

Dieser Artbegriff musste aufgegeben werden, nachdem deutlich wurde, dass bei den Lebewesen einer Art Merkmalsvariationen beobachtbar ist. Darüber hinaus gibt es Arten, wie  z.B. bei Leuchtkäfern und Entenvögeln, bei denen ein großer Sexualdimorphismus zu beobachten ist: Weibchen und Männchen sind nicht durch übereinstimmende Merkmale ihres Aussehens gekennzeichnet. Im Gegensatz zu den Männchen besitzen Weibchen beispielweise der verschiedenen Leuchtkäferarten keine Flügel. Auch die Deckflügel fehlen ihnen. Die Weibchen sind also nicht fähig zu fliegen. 

Manche Arten wie der Gartenbaumläufer und der Waldbaumläufer, zwei mitteleuropäische Vogelarten, sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Eine Kreuzung dieser Arten wird jedoch durch einen unterschiedlichen Gesang verhindert. Auch hier kommt das Typologische Artkonzept an seine Grenzen. 

Biologisches Artkonzept: 

Alle Lebewesen, die sich untereinander fortpflanzen und fruchtbare Nachkommen hervorbringen können, gehören zu einer Art. Die Mitglieder einer Art leben in Populationen und bilden eine Fortpflanzungsgemeinschaft.

Zu den Mitgliedern von Populationen anderer Arten existieren Fortpflanzungsbarrieren. Ihre Genpools sind daher gegenseitig isoliert. 


Beispiel Leuchtkäfer

Leuchtkäfer paaren sich nachts. In der Dunkelheit lassen sich im Sommer die Leuchtspuren verschiedener Käfer beobachten. Dabei erzeugen verschiedene Leuchtkäferarten unterschiedliche Muster. 
Die im Gras sitzenden Weibchen erzeugen das gleiche Leuchtmuster wie die fliegenden Männchen. Mithilfe des Leuchtmusters finden sich Männchen und Weibchen einer Art, können sich paaren und so neue Nachkommen hervorbringen. Das Leuchtmuster stellt also einen Erkennungsmechanismus dar. Auch bei anderen Arten wird durch solche Mechanismen sichergestellt, dass sich nur Männchen und Weibchen einer Art paaren. 
Paart man ein Weibchen einer Art mit dem Männchen einer anderen Art, so entstehen zwar Nachkommen, diese sind jedoch selber nicht fruchtbar. 
Eine ähnliche Situation findet man bei der Paarung von Pferd und Esel oder der Paarung von Löwe und Tiger, die ebenfalls jeweils nur unfruchtbare Nachkommen hervorbringen können. 

Obwohl das biologische Artkonzept am häufigsten genutzt wird, kann  es nicht alle Vorgänge in der Natur erklären. Beispielsweise werden Arten, die sich ausschließlich asexuell vermehren, nicht durch das biologische Artkonzept erfasst. 

Phylogenetisches Artkonzept: 

Die Kritik am biologischen Artkonzept führte zur Formulierung des phylogenetischen Artkonzepts:

Eine Art ist eine Abstammungsgemeinschaft von Populationen in einer bestimmten evolutionären Zeitspanne.

Eine Art beginnt bei der Artspaltung und endet beim Aussterben aller Vertreter, oder bei einer erneuten Abspaltung. 

Eine solche zeitliche Abgrenzung erklärt jedoch nicht, welche Populationen zu einer Art gehören. Darüber hinaus ist die Abstammung vieler Arten unbekannt. Aufgrund dieser Schwierigkeiten wird das phylogenetsiche Artkonzept in der Praxis kaum angewendet. 

 

Artbildung und Isolation: 

Wenn eine Art in mehrere Populationen aufgespalten ist, die keinen Kontakt mehr miteinander haben, so kann nicht mehr von einer Art gesprochen werden. 
Diese Situation findet man zum Beispiel beim Alpenschneehuhn, das während der letzen Eiszeit eine einheitliche Population bildete. Diese spaltete sich jedoch mit dem Zurückweichen des Eises in Teilpopulationen. In Untersuchungen lassen sich Vertreter aller daraus entstandenen Populationen zwar noch fruchtbar miteinander kreuzen, allerdings findet in der Natur kein Genfluss mehr statt.