Name: Paula Keil, 05-2026
Die sexuelle Selektion wirkt ergänzend zur natürlichen Selektion. Während bei der natürlichen Selektion die Anpassung an Umweltbedingungen im Vordergrund steht, geht es bei der sexuellen Selektion um den Fortpflanzungserfolg. Diese Selektion führt manchmal zu einem ausgeprägten Sexualdimorphismus, das heißt einem unterschiedlichen Aussehen von Männchen und Weibchen derselben Art (z.B. ist die weibliche Ente schlicht braun, wohingegen Männchen einen grünen Kopf und auffälligeres Gefieder haben).
Die Partnerwahl
Männliche Tiere sind vom Aussehen oft auffälliger gestaltet als die Weibchen. Sie besitzen beispielsweise ein bunteres oder größeres Gefieder sowie größere Geweihe. Diese Merkmale bringen einige Nachteile mit sich:
- Die Tarnung wird verschlechtert
- Die Futtersuche und die Nahrungsaufnahme werden teils erschwert
- Die physischen Fähigkeiten sind somit manchmal insgesamt beeinträchtigt
Der einzige evolutionäre Vorteil dieser Merkmale liegt darin, dass sie bei der Partnerwahl durch die Weibchen dienen. Während Weibchen sich fast immer fortpflanzen und deshalb meist schlichter gefärbt sind, weil sie in der Rolle sind ihre Partner zu wählen, können sich nur diejenigen Männchen durchsetzen, die durch besondere Auffälligkeiten hervorstechen (z.B. ein größeres Gefieder bei Pfauen).
Formen der sexuellen Selektion
Die sexuelle Selektion wird in zwei Formen unterteilt:
1. Intersexuelle Selektion
Diese Form findet zwischen den beiden Geschlechtern (Männchen und Weibchen) statt. Weibchen wählen hierbei oft das auffälligste Männchen. Das Aussehen dient dem Weibchen u.a. als Hinweis auf einen gesunden Partner mit dem besten Erbgut.
- Vorteil für das Weibchen: Es erlangt einen Fitnessvorteil, da das gute Erbgut die besten Voraussetzungen für den eigenen Nachwuchs schafft.
- Vorteil für das Männchen: Auch das Männchen erzielt einen Fitnessvorteil, da die Auffälligkeit überhaupt erst die Voraussetzung für die Fortpflanzung und die Weitergabe der eigenen Gene darstellt.
2. Intrasexuelle Selektion
Diese Form findet als Konkurrenzkampf innerhalb desselben Geschlechts (zwischen den Männchen) statt, um sich für den Fortpflanzungserfolg zu behaupten. Ein Beispiel hierfür ist der Kampf von Hirschen, bei dem der Gewinner dominiert und eine Rangordnung innerhalb der Art entsteht.
- Vorteil für das Männchen: Der Dominante hat das Vorrecht auf die Fortpflanzung. Er kann viele Weibchen begatten und sein eigenes Erbgut oft weitergeben. Dadurch maximiert er seine eigene Fitness.
- Vorteil für das Weibchen: Auch die Weibchen verzeichnen Fitnessgewinne. Der stärkste Mann liefert die besten Gene, was unter anderem Vorteile für die Nachkommen mit sich bringt.
Signale und Investition in den Nachwuchs
Neben optischen oder physischen Merkmalen spielen auch Futtersignale eine Rolle bei der sexuellen Selektion. Wenn ein Männchen dem Weibchen Nahrung anbietet und das Weibchen dieses Futter frisst, signalisiert dies den Beginn des Geschlechtsaktes.
- Vorteil für das Männchen: Männchen, die größere Beute präsentieren, werden von Weibchen bevorzugt.
- Vorteil für das Weibchen: Das Weibchen profitiert davon, da es Nahrung erhält, ohne selbst Energie für die Jagd aufzuwenden.
Bei manchen Arten wird das Männchen während des Aktes vom Weibchen gefressen. Auch dies lässt sich durch die sexuelle Selektion erklären: Das Weibchen erhält Nahrung ohne eigenen Aufwand. Das Männchen erzielt auch einen Fitnessgewinn, da nur durch die Opferung des eigenen Lebens die Fortpflanzung und Weitergabe vom eigenen Erbgut möglich wird. Es handelt sich um eine Investition in die eigenen Nachkommen.
