Name: Bedis Farhat, 2026-05
Der Rassenbegriff
a) allgemeine Definition
Eine Rasse ist eine Zusammenfassung phänotypisch ähnlicher Populationen, die ein geografisches Teilgebiet bewohnen und sich taxonomisch (Taxonomie = biologische Klassifizierung) von anderen Populationen abheben.
b) Der sogenannte "Rassenbegriff" in Bezug auf Menschen
Der sogenannte "Rassenbegriff" wurde von verschiedenen Naturforschern sowie Schriftstellern geprägt und weiterentwickelt und wurde bereits seit dem 16. Jahrhundert benutzt. Der Grundgedanke war es, den Mensch abhängig von seinen äußeren Merkmalen in Unterkategorien einzuteilen.
Seit den Theorien von Carl von Linné (Mai 1707 in Råshult bei Älmhult; † 10. Januar 1778 in Uppsala) ging man von drei "Urtypen" des Menschen aus, welche einander unter- oder überlegen sein können.
In Verbindung mit der Evolutionstheorie Darwins entstand so der Sozialdarwinismus. Sozialdarwinismus besagte, die kulturellen und sozialen Entwicklungen des Menschen seien ebenfalls von der natürlichen Selektion betroffen.
Es galt, die Merkmale „unterlegener“ Rassen "auszumerzen". Dafür wurden bis spät ins 20. Jahrhundert behinderte Menschen zwangssterilisiert und hellhäutige Menschen, die man für überlegen hielt, sollten sich nicht mit anderen vermeintlichen Rassen fortpflanzen. Diesen Vorgang nannte man Eugenik oder Erbhygiene. Vor allem während der Zeit des Nationalsozialismus stütze man die Ideologie Hitlers mit der Eugenik, was in der Judenverfolgung und der Hetze gegen alle nicht-hellhäutigen Personen mündete.
c) Fazit
Der Mensch lässt sich nicht klar taxonomisch zuordnen, da es keine klaren geografischen Grenzen gibt in denen Unterschiede regelmäßig auftreten. Die genetischen Unterschiede innerhalb einer Bevölkerungsgruppe können viel größer sein als die Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen.
Es gibt keine menschlichen Rassen!
Bereits im Jahr 1950 erklärte die UNESCO, dass die Theorie der Eugenik unsinnig und falsch ist. Zwischen den sogenannten Rassen gäbe es höchstens physische und äußerliche Unterschiede, jedoch keine geistigen. Später, in den 1990er Jahren, wurde die Nutzung des Rassenbegriffs bezogen auf den Menschen endgültig als wissenschaftlich falsch erklärt!
Die genetischen unterschieden zwischen und außerhalb verschiedener sind zu gering und nicht regelmäßig. Nach der Analyse der Genome von tausenden Testpersonen aus verschiedenen Regionen konnte man anhand der Unterschiede von single nucleotide polymorphisms, kurz SNP, erkennen, dass es lediglich geografische Gradienten gibt, keine abweichenden Rassen.
Hautfarbe
Der Hauptfaktor der die Menschen denken ließ, dass es Rassen gäbe, sind unsere verschiedene Hautfarben. Melanin, der Stoff der für die Pigmentierung der Haut verantwortlich ist und uns heller oder dunkler aussehen lässt, schützt uns vor UV-Strahlung, senkt das Hautkrebsrisiko und verhindert den Abbau von Folsäure.
2005 entdeckten Wissenschaftler eine Mutation in den Melanozyten, den spezialisierten Zellen in denen das Melanin produziert wird. Bei hellhäutigen Menschen ist an einer Stelle die Aminosäure Threonin anstatt Alanin vorhanden, wodurch das Melanin weniger wirksam ist. Diese Mutation entstand vor etwa 6000 bis 5300 Jahren in Europa. Unser direkter Vorfahre, der Cro-Magnon-Mensch, war dunkelhäutig.
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