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Name: Lisa Happ, Ann-Katrin Heinol 2016

 

Ökosystem Riff

1. Vorkommen von Korallenriffen

Normalerweise findet man Korallenriffe nur innerhalb der Wendekreise, wo die mittlere Jahreswassertemperatur nicht unter 20°C fällt. Diese können aber auch in der Arktis, Antarktis und Tiefsee vorkommen. Als heutige Nordgrenze gilt der Golf von Akaba.  Korallen sind auch im indopazifischen Raum zu finden. Vom Breitengrad unabhängige Verbreitunszentren sind zum Beispiel auch das Rote Meer, die Philippinen und Neuguinea.
Die Vielfalt der Korallenarten und der assoziierten Lebewesen nimmt nord-/ und südwärts vom Äquator aus ab. Zum Beispiel gibt es in der Karibik 80 verschiedene Arten von Korallen und in den Bermudas, dem nördlichen Rand des Verbreitungsgebiets, nur noch 21 Korallenarten.

2. Bau von Korallenriffe

Bei einem Riff handelt es sich um eine untermeerische Erhebung aus biogenem Kalkstein (Calciumcarbonat) oder Dolomit (Magnesiumcarbonat, Calciumcarbonat). Die vorherrschenden Riffbildner sind die Korallen, die im nächsten großen Abschnitt dieser Arbeit Thema sein werden. Zum Riffaufbau tragen neben den Korallen der Klasse Anthozoa noch weitere Organismen aus dem Meer bei. Als Beispiele kann man verkalkte Rotalgen und Grünalgen, Einzeller, Prokaryoten, Schwämme und Moostierchen mit Kalkskeletten sowie Borstenwürmer mit Kalkröhren anführen.

2.1 Verschiedene Rifftypen

Es lassen sich verschiedene Rifftypen von Korallenriffen unterscheiden.
So gibt es zum einen die Saumriffe, die nah an Küsten des Festlandes wachsen, und zum anderen die Barriere – und Wallriffe, die entweder aus Saumriffen oder durch absinkenden Meeresboden entstehen. Ein weiterer Rifftyp stellt das Plattformriff dar, das nach allen Seiten wachsend von tiefem Wasser umgeben ist. Der letzte Rifftyp ist das Lagunenriff oder auch Atoll genannt. Dieser Typ, der ringförmig ist und eine Lagune umschließt, entsteht durch das Absinken einer gebirgigen Insel.
 

2.2 Habitate

Das Ökosystem des Riffs besteht aus verschiedenen Habitaten: Der Lagune, dem Riffdach und dem Vorriff.
In der Lagune herrscht ein großer Süßwassereinfluss. Dort entwickeln sich Mangroven, die als „Kinderstube“ für Jungfische dienen. Häufig lassen sich auch Fleckenriffe in Lagunen vorfinden.
In den tieferen Zonen herrschen Seegraswiesen vor, die ebenfalls von Fischen als „Kinderstube“ genutzt werden.
Das Riffdach ist der höchste Teil des Riffs und besteht aus Gezeitentümpeln. Auf der zum Meer gerichteten Seite fällt das Vorriff steil ab und bildet dabei die Riffkante, Riffhang und Riffhalde. Dabei kann man unterhalb der Brandungslinie des Vorriffs eine große Artenvielfalt vortreffen.
Bei Beschädigung der in Riffen vorherrschenden Korallen entstehen Siedlungsplätze für diverse Korallenarten. In Bereichen ohne Störung setzt sich dagegen eine Art durch. Offene Flächen in den Habitaten zeichnen sich besonders durch die hohe Anzahl von Algen aus, wenn dort ebenfalls Falterfische leben, die andere Fische aus diesen Bereichen vertreiben. Bei einer Reduzierung der Fischpopulation dominieren allerdings die Seegurken, durch die das Riffwachstum beendet werden kann. 
 

2.3 Positive Effekte

Es bestehen enge Verbindungen zwischen Korallenriffen und anderen Ökosystemen. Das bedeutet, dass eine Beeinträchtigung der Riffe auch große Einflüsse auf marine Ökosysteme hat. Wichtig sind dabei auch die wirkenden Wechselbeziehungen zwischen einer Landlebensgemeinschaft, dem ins Meer mündenden Fluss und dem Riff selbst.
Riffe besitzen auch eine Schutzfunktion: Besonders für Küsten bieten sie Schutz vor Schäden bei heftigen Stürmen. Des Weiteren tragen die Riffe zur Landbildung bei, denn auf den von Riffen gebildeten Dünensystemen können später Landpflanzen wachsen. Ein weiterer positiver Effekt von Riffen ist, dass sie Kohlenstoff als Carbonat binden und in fossilen Riffen, die zu Kammersystemen werden, finden sich sogar große Mengen an Erdöl und Erdgas.


3.Korallen

3.1 Aufbau von Korallen

Zum Aufbau von Korallen lässt sich zunächst sagen, dass Korallen Hohltiere sind, welche aus zwei Zellschichten mit einer Öffnung, die gleichzeitig als Mund und After dient, bestehen. Kalkkelche stellen das Außenskelett der Korallenpolypen dar. Das Kalkskelett ist aus Calcium und Bicarbonat aus dem Meerwasser und Kohlenstoffdioxid aufgebaut.
Die Skelette verschiedener Korallen können eine unterschiedliche Festigkeit und Form aufweisen. Sie bestehen aus einer Basaltplatte und einer Außenwand, welche man Theca nennt. Außerdem ziehen sechs oder zwölf Kalksepten von der Theca hin zur Kelchmitte. Der Polyp insgesamt sitzt auf einem scharfartigen Septenstern. Durch Kalkablagerungen auf den Außenrand, die Septen und eventuell eine zentrale Säule (Columella) wird der Kelch allmählich tiefer. Die Stabilität des Polyps wird durch regelmäßige Querböden (Dissepimente) von der Außenwand hin zur Kelchmitte gewährleistet. Wenn nun ein Dissepiment geschlossen ist, stirbt der eingemauerte Basaltteil des Polypen ab und der Kalksockel unter dem Polypen wird dadurch immer höher.

3.2 Fortpflanzung und Wechselbeziehungen

Korallenpolypen findet man mit fotosynthetisch aktiven Endosymbionten vergesellschaftet vor. Diese Zooxanthellen befinden sich in Vakuolen der inneren Zellschicht der Korallen. Sie sind Einzeller der Gruppe der Dinoflagellaten. Außerdem geben diese 50% fixierten Kohlenstoffs in Form kleiner organischer Moleküle an die Wirtszelle ab, wobei es sich bei 90% um Glycerin handelt. Außerdem liefern die Einzeller Glucose, die Aminosäure Analin und Lipide, welche von den Polypen als Reservestoffe und zum Aufbau von Schleimschichten genutzt werden. Aufgrund ihrer „Untermieter“ haben die Korallen ihre auffällige Färbung. Die von Algen produzierten Nährstoffe reichen für die Korallenpolypen längst nicht aus, deshalb müssen sie noch zusätzlich Zooplankton und andere Stoffe fangen und mineralische Stickstoff- und Phosphatverbindungen aufnehmen, von welchen die Endosymbionten profitieren. In Hungersituationen aber scheiden die Korallen die Endosymbionten aktiv aus. Zur Fortpflanzung von Korallen lässt sich sagen, dass Korallenkolonien sich ungeschlechtlich fortpflanzen. Dabei bilden die erwachsenen Polypen einen neuen Polypen aus, der dem elterlichen Gewebe aufsitzt. Durch Knospung entstehen dabei immer neue Polypen und Verzweigungen. Abgestorbene Korallen tragen durch ihr Kalkskelett immer noch zum Aufbau des Riffes bei.

3.2.1 Neubesiedelung

Eine Besonderheit bei der Neubesiedelung von Korallenriffen besteht darin, dass an Lichtungen neue Korallenpolypen entstehen können. Im Gegensatz zu der normalen Fortpflanzung geschieht die Neubesiedelung sexuell. Dabei besitzen die meisten Korallen sowohl Ei- als auch Samenzellen. Man bezeichnet sie als r-Strategen. Das bedeutet, dass sie auf eine verschwenderische Produktion von Nachkommen setzen, also große Mengen an Eizellen und Spermien zu einer bestimmten Zeit abgeben. Wenn die Eier befruchtet wurden, entwickeln sich diese zu Planula-Larven weiter und fangen an mit anderen Planktern mehrere Wochen im Wasser zu treiben. Dabei gibt es meist nur wenig Überlebende, welche zu Polypen werden können. Die Neubesiedelung allgemein kann nur an Teilen des Riffes stattfinden, wo noch keine Polypen angesiedelt sind, welche sonst die Neuankömmlinge sofort töten würden.

3.3 Lebensumstände/Umwelt

Die Wachstumsrate von Korallenriffen wird auch  stark vom Licht beeinflusst. Dabei stehen die symbiotischen Algen in den Polypen in direkter Beziehung zu der Kalkbildung. Die Wassertemperatur ist für das Wachstum auch entscheidend. Das Optimum für die Korallen liegt dabei zwischen 26-28°C, die Obergrenze bei 30°C und die Untergrenze bei 20°C. Weitere Einflüsse bestehen in den Strömungsgeschwindigkeiten, dem Nährstoff-/ und  dem Mineralsalzgehalt im Meer. Es können zum Beispiel bestimmte Phosphatgruppen im Wasser das Kristallisieren des Calciumcarbonats stören. Aber auch Sedimente, die die Korallen zudecken, sind auch ein zu berücksichtigender Faktor, da durch diese die Fotosyntheserate sinkt und somit das Wachstum der Korallenriffe negativ beeinflusst wird. Deshalb findet man auch in den phosphatreichen Auftriebsgebieten an der westlichen Seite der Kontinente kaum Korallen.


3.4 Einordnung in den Stammbaum

Nach dem älteren Einordnungssystem gehören Korallen wegen der Nesselzellen, die in den Korallenpolypen vorhanden sind und zum Beutefang und der Verteidigung dienen,  zum Stamm der Nesseltiere. Und innerhalb dieses Stammes kann man sie der Klasse der Blumentiere (Anthozoa) zuordnen. Man unterscheidet dabei zwei Unterklassen: Octocorallia und Hexacorillia. Sie  bilden eine aus unzähligen Einzelwesen bestehende Tierkolonie, welche immer in enger Verbindung bleiben.


3.4.1 Stamm der Nesseltiere

Die Nesseltiere (Cnidaria) sind Hohltiere, wie schon im vorigen Abschnitt erwähnt. Sie bestehen aus einem sackförmigen Körper mit nur zwei Zellschichten, welche Ektoderm und Entoderm genannt werden. Man unterscheidet zwischen zwei Organisationsformen: frei schwimmende Medusen und festsitzende Polypen. Bei den Anthozoa, zu denen Korallen gehören, fehlt die Medusengeneration. Die zwei anderen Klassen außer den Blumentieren (Anthozoa) heißen Hydrozoa und Scyphozoa.

4. Ökosystem Riff

Korallenriffe werden oft als Paradiese auf Erden bezeichnet. Man kann ein Korallenriff auch als eine Insel quirlenden Lebens mitten in der blauen Einöde des tropischen Meeres sehen. Auf der einen Seite findet man die fast lebensfreie Weite des Meeres, auf der anderen ein buntes Gewimmel der Rifforganismen. Es gibt mindestens eine Million verschiedene Organismenarten in den Riffen zwischen den Wendekreisen. Außerdem ist das Ökosystem mit dem von Regenwäldern vergleichbar. Es kommt nämlich bei diesen Korallen zu einer ständigen Entwicklung von komplexen und dicht vernetzten Beziehungsgefügen, die nach einer Vernichtung nicht sehr schnell regenerierbar sind. Deshalb kann es auch als wichtig angesehen werden, Korallenriffe als Lebensraum im Unterricht an Schulen zu behandeln, da, wie es am Ende dieser Arbeit noch einmal deutlich wird, Menschen viel zum Verlust dieser biologischen Vielfalt beitragen. Das lässt sich auch am Beispiel von Urlaubszielen der heutigen Zeit noch einmal näher erläutern. Diese sind nämlich heutzutage immer beliebter und leichter erreichbar. Deshalb ist die Entwicklung sanfter Alternativen zum Konsumtourismus von äußerster Wichtigkeit.


4.1 Nahrungskette

Bei den bestehenden Nahrungsketten im Ökosystem Riff stehen die Beutegreifer am Ende der Nahrungskette. Diese Fische dienen den Menschen als beliebte Speisefische. Allerdings ist es möglich, dass sich Algengifte durch die Nahrungsketten bei den Beutegreifern in hohen Konzentrationen anlagern und somit zum einen ungenießbar und zum anderen schlecht für den Verzehr geeignet sind, da das Essen von diesen Fischen gefährlich für Menschen werden kann.
 

4.2 Artenzahl und Lebensgemeinschaft

In Riffen treten besondere Lebensgemeinschaften zwischen Fischen auf. Entweder leben sie in einer dauerhaften „Ehe“ zusammen oder sie schwimmen als Einzelgänger durch ihren Lebensraum. Das allseits bekannte Bild eines Fischschwarms ist natürlich auch im Ökosystem Riff anzutreffen.
Ähnlich wie Chamäleons auf dem Land können sich auch Fische anpassen. Dabei verändern sie die Muster der Schuppen als Tarnung und zur Verwirrung der Raubfische.
Allgemein ist im Riff eine große Artenfülle an Fischen anzutreffen, die allerdings von der noch größeren Artenzahl der wirbellose Tiere übertroffen wird. Sie bilden gemeinsam die Lebensgemeinschaft eines Riffs. In dieser Lebensgemeinschaft herrschen gegenseitige Wechselbeziehungen. Da aber so viele Arten mit identischen Ansprüchen und Eigenschaften auf engem Raum zusammenleben, wird immer eine Art verdrängt. Es gilt also das Konkurrenzausschlussprinzip. Weil aber trotzdem eine große Artenfülle herrscht, lässt das auf verschiedene Ökologische Nischen schließen, also die Gesamtheit der Wechselbeziehungen zwischen den Lebewesen und den in der Umgebung vorherrschenden biotischen und abiotischen Faktoren. Dabei steigt mit der hohen Artenzahl auch die Anzahl der Ökologischen Nischen, die auf allen Trophiestufen hoch ist.
Ein Beispiel für das enge Zusammenleben in den Lebensgemeinschaften des Riffs ist der Zackenbarsch und der Putzerfisch. Der Zackenbarsch und andere Riff-Fische begeben sich dabei zu bestimmten Orten, an denen die Putzerfische leben, um sich von diesen reinigen zu lassen. Manche „Kunden“ wechseln auch ihre Farbe, damit die Putzerfische die Parasiten besser erkennen können. Durch die bestimmte Färbung der Putzerfische werden diese auch als solche erkannt und somit vor Angriffen geschützt. Allerdings gibt es auch Nachahmer dieser Putzerfische, die wegen ihrer gleichen Färbung unbehelligt bleiben, nachdem sie den „Kunden“ ein Stück Fleisch herausgerissen haben, um es zu fressen.
Neben den Lebensgemeinschaften eines Riffs gibt es auch eine große Anzahl an Symbiosen. Beispiele dafür sind die enge Gemeinschaft zwischen Meereswürmern und Aktinien oder Anemonenfischen und Seeanemonen. Dadurch können sich die Anemonenfische in den Tentakeln der Seeanemone vor Fressfeinden verstecken und dort ihre ausgeprägte Brutpflege betreiben. Anemonenfische wenden bei dieser Brutpflege die sogenannte K-Strategie an, d.h. sie investieren viel Zeit und Aufwand in die Aufzucht weniger Jungen anstatt eine hohe Nachkommenzahl anzustreben.


4.2.1 Krebse im Riff

Die besonderen Garnelenarten Stenopus und Hippolysmata haben die Aufgabe des Putzens von Riff-Fischen. Diese leben meist paarweise in schattigen Höhlen und durch die Bewegung ihrer langen, weißen Fühler machen sie ihre „Kunden“ auf sich aufmerksam. Die Garnelen entfernen Essensreste und Parasiten mit Hilfe von „Pinzetten“, „Bürsten“ und „Scheren“ aus den Mäulern dieser. Eine weitere außergewöhnliche Garnele ist die Schneckengarnele (Periclimenes spec.), welche auf Nacktschnecken und Seegurken lebt und das, was sich im Schleim von der Körperoberfläche ihres „Wirts“ verfängt, frisst. Den Schneckenkot untersucht die Garnele auch auf Nahrung. Als nächstes Beispiel von Krebsen im Riff kann man den Pistolenkrebs Alpheus sublucanus anführen. Diese Art bewohnt verzweigte Korallenstöcke zwei bestimmter Gattungen. Dieser hat eine spezifische Form der Abwehr gegen Feinde entwickelt. Dabei schleudert der Pistolenkrebs seinem Gegner einen kräftigen Wasserstrahl mit lautem Knall entgegen, womit er kleinere Fische betäuben kann.
 

4.2.2 Papageienfische

Papageienfische haben meist ein pastellfarbenes, blau-grünes, gelbes oder rötlich bunt gemustertes Aussehen. Sie haben ihren Namen aufgrund ihres Maules, welches einem Papageienschnabel ähnelt. Eine Besonderheit bei ihrem Fressverhalten besteht darin, dass sie Korallen mit „Haut und Kalk“ zerkauen. Dabei wird der organische Inhalt verdaut und der Kalk wieder ausgeschieden. Durch sie entstehen die Traumstrände, an welchen Urlauber gerne entspannen. Aufgrund ihrer Aktivität und die weiterer korallenfressender und bohrender Organismen, wie zum Beispiel Schwämme, entsteht aus dem Korallenkalk der Korallensand, den man an solchen schönen Stränden finden kann. Außerdem helfen diese besonderen Fische bei der Neubesiedelung und Regeneration von Korallenriffen. Indem sie Algen von toten Korallen abweiden, werden Plätze für neue Korallen geschaffen und die Regeneration des Riffes wird erleichtert. Große Arten der Papageienfische schlafen in Höhlen und unter Überhängen, wo sie leicht von Speerfischen erbeutet werden können. Im Gegensatz dazu bilden die kleineren Arten nachts eine Art „Schlafsack“ aus Schleim, der in Drüsen hinter den Kiemendeckeln produziert wird. Dieser schützt vermutlich vor Moränen durch einen bestimmten Schutzmechanismus. Wenn die Schleimhülle nämlich durchbrochen wird, wachen die Papageienfische auf und können fliehen.


5. Mensch und Riff

Seit vielen Jahren nutzen die Menschen die Riffe und deren Bewohner zur Beschaffung von Lebensmitteln. Wichtig für die Menschen ist dabei auch die große Bedeutung der Riffe für die Fischerei und den Handel mit Rifforganismen. Allerdings führt dieses Interesse häufig zu Überfischung und Übernutzung, was die dort lebende Artenvielfalt um ein großes verringert und sogar die Zerstörung ganzer Riffe herbeiführen kann. Da aber die Nachfrage nach in den Riffen lebenden Tieren ständig ansteigt, wurden Aquakulturen angelegt. Ähnliche Probleme stellt die landwirtschaftliche Nutzung von Küstenregionen dar, die das vorgelagerte Meer und das Riffsystem als Vorfluter benötigen. Da – wie schon in einem vorliegendem Kapitel erwähnt – die Landlebensgemeinschaft und das Riff in Kontakt stehen und sich gegenseitig beeinflussen, hat auch die Abholzung auf dem Festland, durch die Erosionen entstehen, eine erhebliche Beeinträchtigung der Riffe als Folge.
Des Weiteren bringen die Schifffahrt und vor allem Tankerhavarien katastrophale Effekte mit sich.
Die Probleme, die die Menschen mittlerweile überall auf der Welt zu beheben versuchen, wie zum Beispiel der Treibhauseffekt und das damit verbundene Wachsen des Ozonlochs haben Auswirkungen auf die Rifforganismen. Weitere durch Menschen verschuldete Erscheinungen sind der Anstieg der Wassertemperatur, was das „Bleaching“, also das Ausbleichen der Korallen zur Folge hat, oder die erhöhte Dosis an UV-Strahlen, die besonders für flache Riffbereiche gefährlich werden.
Außerdem spielt auch der Tourismus eine große Rolle bei der Zerstörung von Riffen. So sind Länder in Riffgebieten besonders auf den Tourismus als Erwerbsquelle angewiesen. Dadurch kommen auch immer mehr Hobbytaucher, Segler und Motorbootfahrer in diese Gebiete, wodurch zusätzliche negative Folgen zu erkennen sind. Es fällt auf, dass erhebliche Schäden durch die Anker von Kreuzfahrtschiffen entstehen.
Schon viele Jahre ist die Müllentsorgung ein heftig diskutiertes Thema. Man sieht den Abfall nicht nur an Stränden, sondern auch im Meerwasser. Dabei tragen die schlechte Abwasser – und Müllentsorgung zur Eutrophierung und Giftstoffbelastung bei.
Unberührte Riffe sind heutzutage nur noch in abgelegenen Regionen ohne Tourismus anzutreffen.
Organisationen wie die World Heritage Convention setzen sich dafür ein, dass Orte, die einen erheblichen ökologischen Wert haben, als „ Naturerbe der Welt“ zu schützen. Da Riffe eine große Bedeutung für die Biosphäre und den Kreislauf darstellen, gilt es nicht nur die unberührten Riffe zu schützen, sondern auch die, die bereits geschädigt sind, zu erhalten und verbessern. Dabei müssen aber auch die vor Ort lebenden Menschen eingebunden werden. Diese einheimische Bevölkerung ist für die Entwicklung und Überwachung der Regelungen zum Schutz der Riffe zuständig. Hierbei unterstützt das UNESCO-Programm „ Men and the Biosphere“ (MAB) die Natur – und Umweltschutz-bemühungen.
Diese UNESCO-Biosphärenreservate sind in drei Zonen aufgeteilt: Die Kernzone erlaubt so wenig menschliche Aktivität wie möglich. Die Pufferzone ist für die Forschung und traditionelle Nutzungsformen vorgesehen. Außerdem ist dort ein leichter Tourismus erlaubt. Die Übergangszone befindet sich außerhalb des eigentlichen Reservats und die Bevölkerung darf dort Aktivitäten zur Sicherung ihrer Lebensgrundlagen ausführen.
Allerdings stellen diese Reservate nicht die perfekte Lösung dar, da Bedrohungen oft auch in weiter Entfernung zum Riff ihren Ausgang haben.
Das Hauptproblem, das die Menschen beim Schutz der Riffe haben, sind die unterschiedlichen Verwaltungen und Besitzer, die für zusammenhängende Ökosysteme verantwortlich sind. In dieser Hinsicht fehlt den Verantwortlichen auch oft die Einsicht, die Naturschätze für die Zukunft zu sichern.
Man muss aber beachten, dass Korallenriffe ein sehr komplexes Ökosystem sind.
Zudem fehlen auch in der heutigen Zeit den Forschern noch immer die genauen Fakten über das Zusammenspiel in Riffen.
Trotzdem wurden galvanochemische Verfahren zur Generation und Reparatur von Riffen entwickelt. So können auch mittlerweile künstliche Riffe aufgebaut werden. 
Es ist wichtig, zu erwähnen, dass sich Riffe gut als Beispiel für Ökologie und Evolutionsbiologie eignen. Auch Energieflüsse und Stoffkreisläufe in Ökosystemen und globale geochemische Zusammenhänge lassen sich anhand von Riffen darstellen.
Je mehr man sich mit diesem besonderen Ökosystem beschäftigt, desto eher erkennt man den Grund, sich für dieses einzusetzen und zu schützen, damit es noch viele Jahrhunderte erhalten bleibt.

 

Glossar

Abaka: Stadt in Jordanien
biogen: biologischen oder organischen Ursprungs
Habitat: Lebensraum
Mangrove: Ökosystem
Gezeitentümpel: extremer Lebensraum; wird bei Flut mit Frischwasser versorgt
Falterfisch: auffälliger tropischer Meeresfisch
Hohltier: im Wasser lebendes Gewebetier
Polyp: Stadium in der Individualentwicklung der Nesseltiere
Endosymbionten: leben innerhalb der Körperzellen eines Wirtszelle
Zooxanthellen: leben als Endosymbionten in einer Reihe von Lebewesen
Dinoflagellaten: Taxon (Einheit, der eine Gruppe von Lebewesen zugeordnet wird), das Einzeller umfasst
Zooplankton: planktische Organismen, die keine Photosynthese betreiben, sondern sich von anderen Organismen ernähren
Planula-Larven: Larvenform der Nesseltiere, ernähren sich von Plankton
Planktern: Organismus, der dem Plankton angehört
Symbiose: Wechselbeziehung zwischen Individuen
Auftriebsgebiet:Aufsteigen von Wasser in Ozeanen
Nesselzellen: spezieller Zelltyp, der bei Nesseltieren zu finden ist
Octocorallia: Unterklasse der Blumentieren
Hexacorillia: Unterklasse der Blumentieren
Medusen: Qualle
Hydrozoa: Klasse der Nesseltieren
Scyphozoa: Schirmqualle
Aktinien: Seeanemonen
Muräne: aalartige Knochenfische
Vorfluter: Maßnahmen vor drohender Überschwemmung
Eutrophierung: Nährstoffanreicherung

 

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