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Namen:

Jennifer, Abdrachmanow, 2016-06
Tina, Höhl, 2016-06

 

1.1 Übersicht über die verschiedenen Spinnengattungen

Die Spinnentiere (Arachnida) lassen sich in zehn Gruppen unterteilen: die Webspinnen (Araneae), die Weberknechte (Opiliones), die Milben (Acari), die Skorpione (Scorpiones), die Pseudoskorpione (Pseudoscorpiones), die Geißelskorpione (Uropygi), die Geißelspinnen (Amblypygi), die Walzenspinnen (Solifugae), die Kapuzenspinnen (Ricinulei) und die Palpenläufer (Palpigradi). Sie stammen alle vom gleichen Vorfahr ab. Chelicerentiere, Krebse, Tausendfüßler und Insekten sind mit verwandt mit den Spinnentieren und gehören zu den Gliederfüßlern.

 

1.2 Verwandtschaft innerhalb der Gruppe der Spinnen

Von den Skorpionen sind über 1000 Arten bekannt. Auffällig ist ihr langer, gegliederter Hinterleib, an dem ein Giftstachel hängt. Sie sind in allen Erdteilen verbreiten, vermeiden jedoch kältere Zonen jenseits des 50. Breitengrades. Um Weibchen anzulocken, führt das Männchen einen sogenannten Hochzeitstanz auf, bei dem es ein Samenpaket am Boden ablegt.

Von den Geißelskorpionen gibt es etwa 180 Arten. Sie leben weitgehend im indopazifischen Raum, teilweise aber auch in Afrika und Amerika. Ihr Körper ist länglich und an ihrem segmentierten Hinterleib sitzt eine lange, gegliederte Geißel, die zum Tasten dient.
Von den Geißelspinnen kennt man ungefähr 100 Arten, die sich vorzugsweise in den Tropen und Subtropen aufhalten. Ihre Palpen (Anhänge am Kopf, welche als Taster und zum Schmecken sowie Riechen dienen) sind zu einem bedornten Fangkorb und das erste Beinpaar zu langen, gegliederten Tastorgangen umgebildet.

Die Webspinnen sind mit ihren rund 34000 Arten weltweit verbreitet und halten sich in allen Lebensräumen, abgesehen vom Meer, auf. Sie werden bis zu neun Zentimeter groß. Ihr Körper ist in Vorderkörper (Prosoma), Hinterkörper (Opisthosoma) und einen Stiel (Petiolus) unterteilt. Am Hinterende des Opisthosomas liegen die Spinnwarzen.

Die Palpenläufer kommen mit ihren etwa 50 Arten in Europa, Afrika, Amerika, Südost-Asien und Australien vor. Sie sind mikroskopisch klein und ähneln den Geißelskorpionen.
Von den Walzenspinnen sind rund 800 Arten geläufig. Sie weisen einen walzenförmigen, segmentierten Hinterleib auf. Ihr erstes Extremitätenpaar (Cheliceren) ist zu mächtigen Scheren umgebildet. Ihr zweites Extremitätenpaar besitzt an den Spitzen Haftorgane, die zum Festhalten bei der Jagd oder beim Klettern dienen.

Die etwa 3000 Pseudoskorpionenarten sind weltweit verbreitet. Sie werden bis zu acht Millimeter groß und haben keinen Giftstachel. Viele von ihnen sind mit anderen Tieren vergesellschaftet.

Die Weberknechte sind mit ihren 3000 Arten auf der ganzen Welt vorzufinden. Sie werden bis zu 22 Millimeter groß und haben oft stark verlängerte Laufbeine, die sie bei Gefahr abwerfen können.

Die Kapuzenspinnen kommen mit ihren rund 50 Arten in den Tropen Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas vor. Ihre Oberfläche ist dick und fest und sie besitzen einen segmentierten Hinterleib.

Die mehr als 30000 bekannten Milbenarten kommen so gut wie in allen terrestrischen Lebensräumen und im Wasser vor. Anders als bei anderen Spinnenarten finden sich bei den Milben Pflanzenfresser, Detritusfresser (Detritus = bei Zellzerfall entstehende, strukturlose und breiartige Masse) sowie Pflanzen- und Tierparasiten. Die Cheliceren sind bei ihnen als zwei- bis dreigliedrige Scheren ausgebildet und oft zu Stechwerkzeugen umgebildet. Durch ihre geringe Größe können sie in engste Räume eindringen.

Von den Asselspinnen sind etwa 500 Arten bekannt. Sie leben vorwiegend in flachen Küstengewässern und in der Gezeitenzone. Ihr Vorderkörper ist kurz und dünn. Ihr Hinterkörper ist kurz und unauffällig.


1.3 Körperbau

Körpergliederung und Extremitäten

Der Körper von Spinnentieren besteht aus Vorder- und Hinterkörper (Prosoma und Opisthosoma genannt). Mit Ausnahme von den Webspinnen, den Geißelskorpionen, den Geißelspinnen und den Palpenläufern, gehen die beiden Körperteile ineinander über.
Das Prosoma verfügt über Muskeln, die Extremitäten und den Saugmagen bewegen. Es trägt zudem sechs gegliederte Extremitätenpaare. Im Opisthosoma befinden sich die Verdauungs-, Atmungs-, Ausscheidungs-, und Fortpflanzungsorgane. Dieser Teil ist extremitätenlos.                                                                   
Bei dem ersten Extremitätenpaar handelt es sich um die aus einem Grundglied und einer Schere bestehenden Cheliceren. Die Cheliceren fungieren als Mundwerkzeuge der Spinnentiere, gleichzeitig aber auch als Verteidigungswaffen und Grabwerkzeuge.

Die mit Sinnesorganen bestückten Pedipalpen (mehrgliedrige Palpen) stellen das zweite Extremitätenpaar dar. Die Pedipalpen dienen zum Beutefang, zur Verteidigung und zum Graben. Spinnentiere besitzen vier Laufbeine, die mit Sinnesorganen besetzt sind. Das erste Paar ist meistens sehr lang und dient als Taster.

 

Körperhülle

Die äußere Hülle der Spinnentiere besteht aus einer harten dreischichtigen Cuticula: Epicuticula, Exocuticula und Endocuticula. Das in Exo- und Endocuticula eingelagerte Chitin bestimmt die Flexibilität der Haut. Die Chitinhülle agiert als Außenskelett, als mechanischer Schutz und als Verdunstungsschutz- an ihr setzen außerdem auch Muskeln an.

 

Mechanische Sinnesorgane

Es gibt zwei Arten von mechanischen Sinnesorganen bei Spinnentieren: Trichobothrien und Spaltsinnesorgane. Trichobothrien sind filigrane, leicht bewegbare Haare. Sie sind in Einkerbungen des Chitinpanzers eingesenkt und an ihrer Basis mit Nervenzellen verbunden. Spaltsinnesorgane sind Aussparungen der Cuticula, die nach außen durch eine Membran verschlossen sind. Am Grund der Spalten befinden sich Nervenzellen, die auf Spannungsveränderungen der Cuticula reagieren.

 

Augen

Bei den optischen Sinnesorgangen gibt es ebenfalls zwei Typen: die Mittelaugen (Medianaugen), deren Sehzellen dem Licht zugewandt sind und die Seitenaugen (Lateralaugen), deren Sehzellen lichtabgewandt liegen. Beide Typen haben den gleichen Grundaufbau aus einer cuticulären Linse, einem zellulären Glaskörper und einer Retina mit lichtempfindlichen Sehzellen.

 

Atemorgane

Spinnentiere atmen mit Buch- oder Fächerlungen, die an der Unterseite des Opisthosomas liegen. Sie bestehen aus einer Atemöffnung, die in das Körperinnere führt und sich dort zu einem Atemvorhof ausdehnt. Von dort führen luftgefüllte Atemtaschen in das Körperinnere. Dadurch, dass Atemtaschen und Hämolymphe regelmäßig wechseln, entsteht eine Blättchenstruktur. Der Gasaustausch findet an den Grenzschichten zwischen Hämolymphe und Atemtaschen statt.
Tracheen sind ein weiterer Typ von Atemorganen bei Spinnentieren. Es handelt sich hierbei um vielfach verzweigte Einstülpungen der Oberfläche, durch die die Atemluft direkt an die Orte des Sauerstoffverbrauchs gelangt. Viele Kleinformen besitzen gar keine Atemorgane – Sie tauschen Gase direkt durch die Körperoberfläche aus.

 

Organe der Fortpflanzung

Alle Spinnentiere sind getrenntgeschlechtlich. Ihre Geschlechtsorgane liegen an der Unterseite des Opisthosomas in der Körpermitte. Eine direkte Spermaübertragung ist daher nicht möglich. Männliche Skorpione, Geißelskorpione, Geißelspinnen und Pseudoskorpione setzen Spermatophoren ab, die von den Weibchen aufgenommen werden. Männchen anderer Arten übertragen ihr Sperma mithilfe von speziellen Begattungsorganen.


Organe der Nahrungsaufnahme

Fast alle Spinnentiere sind Räuber. Die Beute wird mit den Cheliceren oder Pedipalpen ergriffen. Skorpione, Pseudoskorpione und Webspinnen lähmen oder töten ihre Beute mit Gift. Bevor die Nahrung aufgenommen werden kann, wird sie mit Hilfe von Verdauungsenzymen verflüssigt. Am Vorderarm liegt eine Saugpumpe, die für das Einsogen der flüssigen Nahrung zuständig ist.

 

Der Spinnapparat

Die Webspinnen, die Pseudoskorpione und einige Spinnenmilben sind die einzigen Spinnenarten, die ein Spinnfäden produzieren können. Die Spinnseide wird von Spinndrüsen im Hinterkörper produziert, die über Ausführgange auf Spinnspulen in den beweglichen vorstehenden Spinnwarzen an der Bauchseite münden. Grundbaustein jeder Spinnseide sind wasserunlösliche Eiweißstoffe (Keratine). Nach der Produktion wird die Spinnseide tröpfchenartig in das Lumen der Spinndrüsen abgegeben und gelagert. Bei erhöhtem Körperdruck oder Zugspannung wird die Spinnenseide eingesetzt, wobei eine Art Ventil die Dicke der Fäden reguliert.

1.4 Lebensräume von Spinnen

Spinnen sind sehr gut angepasste Tiere. Vor Temperaturextremen und Feuchtigkeit sind sie durch Gespinste geschützt, während sie, weil sie sich von Insekten ernähren, sie keine besonderen Nahrungspflanzen benötigen.
Zum Überwintern ''verstecken'' sich Spinnen des Öfteren unter Baumrinden, aber auch in Wohnhäusern und deren Mauern. Vorzugsweise befinden sich die meisten Spinnen dann in Zimmerecken, welche besonders gut für den Netzbau geeignet sind.

Dennoch bevorzugen Spinnen eher ein feuchtes und warmes Klima. Im Regenwald beispielsweise gibt es mehrere Tausend Arten, in den mitteleuropäischen Wäldern jedoch gibt es nur ca. 200 verschiedene Spinnenarten.

Besonders dicht zum Beispiel ist in Europa die Bevölkerungsdichte von Milben, welche auch zu den Spinnentieren zählen. Es gibt ca. 100.000 Milben pro Quadratmeter.

1.5 Netzbau

Nicht alle Spinnentiere bauen Netze beim Beutefang. Es lassen sich dabei die Lauerjäger und Jagdspinnen unterscheiden. Jagdspinnen suchen aktiv Beute und sind meistens nachtaktiv. Sie schleichen sich an ihre Beute an. Es gibt jedoch auch tagaktive Jagdspinnen. Sie haben große Mittelaugen und fangen ihre zuvor verfolgte Beute im Sprung. Kurz davor heften sie Sicherheitsfäden an den Boden, um sich schnell zurückziehen zu können.
Einige Spinnenarten ahmen Ameisen in ihren Verhaltensweisen nach. Diese Spinnen leben oft vergesellschaftet mit Ameisen. Diese Verhaltensart ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Vögel Ameisen und die nachahmenden Spinnen meiden.

Weit verbreitet sind die Wolfsspinnen. Sie jagen ihre Beute weitgehend aktiv. Sie nutzen ihre Wohnröhren zur Überwinterung, zur Eiablage und als Versteck. Ein Geflecht aus Seide schützt am Eingang vor Beutegreifern. Die Weibchen dieser Art legen ihre Eier in einen Kokon, der vor bakteriellen Infektionen, Parasiten, Beutegreifern und vor Austrocknung bewahrt. Einige Spinnenarten betreiben zusätzlich zur Brutfürsorge Bruutpflege, indem sie ihre Jungen mit Regurgitationssaft füttern. Dieser Saft besteht aus vorverdauter Nahrung und Darmzellen.

Krabbenspinnen gehören zu den Lauerjägern. Sie können nicht nur vorwärts, sondern auch seitlich und rückwärts laufen. Durch ihre Färbung sind sie meistens gut an den Untergrund angepasst und werden daher oft von Feinden und Beutetieren übersehen.

1.5.1 Andere Jagdmethoden

- Baldachinnetze:
Baldachinspinnen spinnen Netze, welche, wie der Name bereits aussagt, in ihrem Aussehen einem Baldachin ähneln.
Für dieses Netz benötigt eine Spinne viele Anheftungspunkte zum Spannen des Netzes. Die Spinnen befinden sich, mit dem Bauch nach oben ''hängend'', an der Unterseite des Netzes und warten, bis ein Tier auf ihr Netz fällt. Dieses töten sie dann durch einen Giftbiss.

- Radnetze:
Diese Netze sind vertikal aufgebaut und befinden sich deshalb in der direkten Flugbahn der Nahrungsquelle, der Insekten. Sie sind relativ einfach aufgebaut und somit mit einem niedrigen Energieverbrauch errichtet, doch sind sie trotzdem durch die große Flächenabdeckung sehr effektiv.
Ein Radnetz dient zum einen zur Signalübertragung und als Aufbewahrungsort für Nahrung.


1.5.2 Zwei besondere Arten des Beutefangs:

- Die Haubennetzspinne

Die Haubennetzspinne baut oftmals nicht, wie gewöhnlich, ihr eigenes Netz, sondern sie dringt in das Netz einer anderen Haubennetzspinne ein, frisst die eigentliche Netzbauerin und bedient sich anschließend ihres Netzes. Von dort aus ist es ihr möglich, ohne großen Aufwand Beute zu ergattern.

- Die Speispinne

Diese Spinne lebt meistens in Häusern. In der Nacht bewegt sie sich langsam über die Wände und versucht mit ihren Sinneshaaren mögliche Beute wahrzunehmen.
Falls sie erfolgreich ist, schleudert sie ein Leim-Giftgemisch auf die Beute, wodurch diese ''gefesselt'' wird, sodass die Speispinne ihre Beute durch einen Giftbiss töten kann.

 

1.6 Nahrungsmenge

Die Nahrungsmenge einer Spinne bzw. einer Spinnenart hängt zum einen von der Fangtechnik, aber auch von der Größe der Spinne und natürlich auch dem Nahrungsangebot ab.
Der errechnete Mittelwert beträgt 0,1 g Beute pro Tag.
Spinnen sind sehr nützlich, da sie die Insektenpopulation beschränken. Deshalb könnte man sie als „biologische Schädlingsbekämpfer“ bezeichnen, da sie ihre Nahrungsmenge an das Angebot anpassen.

1.5 Gefährlichkeit von Spinnentieren

Die meisten Spinnenarten sind für Menschen ungefährlich. Bei über 34.000 Spinnenarten gibt es nur etwa 30 Arten, welche ein starkes Gift besitzen, wovon nur 2 Spinnenarten in Mitteleuropa vorzufinden sind – dabei ist zu sagen, dass diese Arten (Dornfinger und Wasserspinne) nicht aggressiv sind.
Tödlich hingegen kann ein Biss einer Schwarzen Witwe enden, der zu Muskellähmungen führt.

1.6 Spinnen sind keine Insekten

Der Körper einer Spinne ist nur in zwei Hauptteile gegliedert – Vorder- und Hinterkörper. Während Insekten in der Regel 6 Beine besitzen, haben Spinnen 8 Beine, welche meistens auch länger und beweglicher sind, da sie ein zusätzliches Glied besitzen.
Auf ihnen befinden sich zudem Haare bzw. Borsten, welche in einer Art Klaue enden.
Im Gegensatz zu vielen Insekten besitzen Spinnentiere keine Fühler, dafür aber sogenannte Kieferntaster. Auch die Augen unterscheiden sich wesentlich: Insekten besitzen Facettenaugen, Spinnen hingegen besitzen 6-8 Punktaugen.
Auch die Spinnwarzen unterscheiden sie von den Insekten.
Des Weiteren durchleben Spinnen keine Metamorphose, wie es bei den meisten Insekten der Fall ist, das bedeutet die Jungtiere sind von Anfang an den ausgewachsenen Tieren sehr ähnlich.

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