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 Name: Pit Papst, 2016-06
Dennis, Toews, 2016-06

Sekundärbiotope

1.Definition

1.1 Biotop

Der Begriff Biotop wird schon seit längerem nicht nur in der Biologie verwendet. Oft fehlt eine klare Definition des Begriffes. Dies kann zur falschen Benutzung des Wortes führen. Oft versteht man das Biotop als artenreichen Lebensraum, den es zu schützen gilt. Definieren lässt sich der Begriff Biotop durch das Summieren aller abiotischen Faktoren eines Ökosystems. Er beschreibt einen bestimmten Lebensraum für Organismen in einer Biozönose. Somit geht es bei einem Biotop nicht um den Schutz von gewissen Arten, sondern vielmehr um die Rahmenbedingung, in denen diese Arten in ihrem Lebensraum leben. Denn ein Ökosystem setzt sich aus den darin lebenden Arten und einem bzw. mehreren Biotopen zusammen. Beispiele für Biotope sind u.a Bäche, Wälder, Wüsten u.v.m. . Biotope lassen sich aber auch in Städten und Siedlungen finden. Im Folgenden werden Sekundär- und Primärbiotope verglichen, wobei im späteren Teil der Fokus auf die Sekundärbiotope gelegt wird.

 

1.2 Sekundärbiotop

Biotope, die vom Menschen maßgeblich geprägt wurden, lassen sich als Sekundärbiotope bzw. als „Biotope aus zweiter Hand“ bezeichnen. Allerdings gibt es kaum Ökosysteme, die nicht vom Menschen verändert wurden. Problematisch bei der Definition des Begriffes ist jedoch, dass die abiotischen Faktoren von fast jedem Ökosystem durch den Menschen verändert worden sind. Von Sekundärbiotopen wird von daher nur bei von Menschen extrem veränderten Biotopen gesprochen. Somit bezieht sich der Begriff eher auf industriell entstandene, aber auch auf durch Bebauungen und Verkehr entstandene Biotope, die zwar aus wirtschaftlichen Gründen erbaut wurden, aber dennoch Lebensräume für gewisse Arten darstellen.
Zu den Veränderungen des abiotischen Faktoren eines Biotopes, welches danach zu den Sekundärbiotopen  zählt, gehört z.B. die Modulation der Beschaffenheit des Bodens durch Bauarbeiten und Abgrabungen. Eine weitere Änderung, abgesehen von der zuvor gewachsenen Grundstruktur, ist die eindeutige, örtliche Abgrenzung  des Biotopes. Dies kann in der Industrie z.B eine Fabrik sein, wo sich das Gebäude eindeutig von der Umgebung abgrenzt, wodurch sich z.B. der abiotische Faktor Temperatur verändern kann. Des Weiteren findet meist die Veränderung der abiotischen Faktoren in Richtung Extremum statt. Ein anderes Merkmal der „Biotope aus zweiter Hand“ ist die spontane Besiedlung durch diverse Arten, die an die extremen Bedingungen eher angepasst sind als andere Arten. Die zu Beginn hohe Veränderung durch den Menschen kann nach der einer gewissen Zeit nachlassen, so werden Sekundärbiotope oft als vom Mensch verlassener Lebensraum definiert. Im Zentrum dieser Definition steht die Störungsfreiheit der Arten, welche für manche Arten Grundlage für die Ansiedlung sein kann. Hierbei ist es jedoch nicht genau festgelegt, ob das kontinuierliche Auftreten des Menschen die Bezeichnung  Sekundärbiotop ausschließt.  Somit können Arten das Sekundärbiotop vollkommen nutzen, sich ausbreiten und möglicherweise auch einen Lebensraum entdecken, der ihre ökologische Nische eher deckt, als ein natürlich entstandenes Biotop, da sie im Vergleich eher extremere Bedingungen bevorzugen. Bei der Definition des Begriffes Sekundärbiotop steht die Störungsfreiheit besonders im Vordergrund, die die Grundlage für die Ansiedlung der Arten darstellt.

 

1.3 Primärbiotop

Wegen der hohen Anzahl der von Menschen veränderten Biotope ist es schwierig, bei den sogenannten „Biotopen aus erster Hand“ von den im Urzustand verbliebenen Biotopen zu sprechen. Vielmehr beschreibt der Begriff Primärbiotop die Nutzung von Lebensräumen für landwirtschaftliche Zwecke. Somit zählen z.B. Maisacker, Mähweiden und Wälder zu den „Biotopen aus erster Hand“. Man greift nicht elementar in die abiotischen Faktoren des Ökosystems ein, nutzt dieses aber für eigene Zwecke, wie z.B den Anbau von Mais. Auch außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors lassen sich Primärbiotope finden. Gebiete der Natur, die nicht vom Menschen besiedelt sind oder von diesem genutzt werden, werden kaum von ihm beeinflusst. Anhand von Bächen lässt sich dies erläutern. Dort treten Menschen zwar manchmal auf, verändern das Ökosystem aber nicht elementar. Jedoch ist es nahezu unmöglich, keine Veränderungen von abiotischen Faktoren zu hinterlassen. So können z.B. Kanufahrer die Bodenbeschaffenheit eines Flusses in gewisser Weise beeinflussen.

 

1.4 Natur aus erster Hand

Ein Ökosystem, welches vom Menschen nicht verändert oder beeinflusst wurde, lässt sich als „Natur aus erster Hand“ bezeichnen. Diese entsprechen vollständig dem Zustand vor jeglichem Einfluss durch den Menschen, womit man sie auch als Teil der heute noch existierenden Urlandschaft bezeichnen kann. Doch so ein Lebensraum ist schwer zu finden, besonders da jeder Lebensraum der Erde von globalen Phänomenen, wie z.B die Erderwärmung betroffen ist. Zusammenfassend ist durch die Zivilisation, Industrie und Landwirtschaft der Einfluss des Menschen an Biotopen allgegenwärtig.

 

2.Beispiele von Sekundärbiotopen

2.1 Industrielle Abgrabungen als „Biotop aus 2.Hand“

Industrielle Abgrabungen sind ein klassisches Beispiel für Sekundärbiotope. Sie sind geprägt durch schwerwiegende Eingriffe in das Ökosystem. Als mögliche Beispiele von Auswirkung durch industrielle Abgrabungen ist die Zerstörung des vorherigen Bodens und seiner Struktur, die Veränderung des Geländeklimas sowie die Einwirkung auf den Grundwasserspiegel zu nennen. Doch nach der beendeten Nutzung durch den Menschen lässt sich ein vielseitiges Biotop vorfinden mit verschiedensten abiotischen Faktoren. Dazu zählen unterschiedliche Bodenbedingungen, wie z.B Steilheit und Ebenheit, verschiedene Helligkeiten und Feuchtigkeiten. Dies kann eine erhebliche Artenvielfalt herbeiführen, nicht zuletzt wegen der geringen Konkurrenz in Sekundärbiotopen, die sich nicht nur mit den diversen Bedingungsunterschieden, sondern auch mit der Neubesiedlung des Biotopes erklären lässt. Denn kaum eine Art siedelt sich während der Nutzung von Industriebetrieben in diesen nieder. Dies bringt erhebliche Vorteile den Arten, die in anderen Biotopen im Konkurrenzkampf unterlegen sind. Des Weiteren sind industrielle Abgrabungen öfters durch die Anstauungen von gewissen Wassermengen geprägt, die jedoch nur entstehen können, wenn der Untergrund wasserundurchlässig ist oder sich eine wasserundurchlässige Schicht gebildet hat. Somit lässt sich ein Biotop mit völlig neuen Bedingungen für Arten vorfinden, die sich meist im Wasser ansiedeln. Auch hier können sich Lebewesen ansiedeln um den Konkurrenzkampf zu umgehen. Dies gilt jedoch nur, wenn sich nicht zu viele Lebewesen der selben Art ansiedeln.

 

2.1.1 Sand- und Kiesgruben

Ein Beispiel für industrielle Abgrabungen die zu Sekundärbiotopen wurden sind Sand- und Kiesgruben. Sie besitzen durch ihre Steilwände optimale Bedingungen für Arten, die normalerweise in natürlichen Steilwänden leben. Das Abflachen der Böschungen in den meisten Flüssen führt dazu, dass diese Lebewesen Sand- und Kiesgruben als neuen Lebensraum nutzen. Hier lassen sich als Beispiel die Uferschwalbe und der Eisvogel anführen.

 

2.1.2 Steinbrüche

Auch Steinbrüche sind industrielle Abgrabungen, die sich als Sekundärbiotope eignen. Sie bieten wegen ihren extremeren abiotischen Faktoren gute Bedingungen für Arten die in Primärbiotopen kaum noch zu finden sind. Generell gilt, dass ein älterer Steinbruch artenreicher besiedelt ist, da z.B die Pflanzen mehr Zeit zur Besiedlung hatten. Durch die Ansiedlung von Blütenpflanzen auf den Hangrutschflächen und auf den ebenen Böden des Steinbruchs werden auch diverse Insekten- und Schmetterlingsarten vom Biotop Steinbruch angezogen. Auch Wasseransammlungen können in diesem Biotop entstehen, weshalb der Steinbruch auch hier für einige Arten eine gute Lebensgrundlage bieten kann.

 

2.1.3 Haldenflächen

Haldenflächen, also künstliche oder natürliche Anhäufungen von Materialien, bieten nach dem Erreichen einer gewissen Stabilität einen Lebensraum mit komplexen Lebensbedingungen. Zu den Haldenflächen kann man Mülldeponien, Ansammlungen von Trümmern aus dem 2. Weltkrieg, aber auch die Bodenumlagerungen im Zuge des Bergbaus zählen. Solche Haldenflächen vernichten oft vorherige Biotope und auch umliegende Lebensräume werden von den naheliegenden Haldenflächen geprägt. Dennoch nimmt der Besiedlungsprozess einige Zeit in Anspruch, da die meist aus der Erde stammenden Materialansammlungen als Fremdstoff auf die neue Umgebungen wirken. Haldenflächen bieten kaum Wasser, sind meist durch grobkörniges, saures Material geprägt, haben nur begrenzte Nährstoffvorräte und werden meist extrem durch Einstrahlungsenergie erhitzt. Diese abiotischen Faktoren bieten für kaum eine Art optimale Lebensbedingungen. Dennoch siedeln sich einige Pflanzen der Krautschicht und Gehölze an, vor allem die Birke. Die Bildung eines Birkenwaldes kann jedoch unter Umständen bis zu 20 Jahre dauern. In der ersten Besiedlungsphase sind auch vereinzelte Vogelarten zu finden. Auch ist das Phänomen zu beobachten, dass die Arten, die diese abiotischen Faktoren tolerieren, zum Teil schwermetalltolerierende Unterarten bilden. Auch Mülldeponien schaffen durch ihre extremen Temperaturen optimale Lebensgrundlagen für thermophile Arten, die sonst in Europa nicht in der freien Natur zu finden sind. Für Vögel bieten Mülldeponien eine komplexe Nahrungsgrundlage, nicht zuletzt weil dieses Biotop einige Insektenarten anlockt. Auch Mülldeponien in Form von Schlammteichen dienen als Raststätte für Vogelarten während ihres Frühjahreszuges und als Nahrungsgrundlage für Limikolen. Es handelt sich bei ihnen entweder um Flachwasser oder um Trockenbiotope, die meist nebeneinander auftreten. Auch gefährdete Pflanzenarten lassen sich in diesen Schlammteichen vorfinden sowie auch einige Amphibien- und Reptilienarten.

 

2.1.4 Bergwerkstollen

Als Bergwerkstollen werden die ehemaligen Bergbauminen bezeichnet, deren Mundlöchen zum größten Teil verschlossen wurden. Ihr Inneres ist jedoch noch gut erhalten und für viele Arten zugänglich. Es bietet Schutz gegen Frost, konstante Temperaturbedingungen und eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Dieses Biotop wird u.a von Fledermäusen, Amphibien und Feuersalamandas als Winterquartier genutzt.

 

2.2 Biotope im Gefolge von Bebauungen und Verkehr

Biotopen aus zweiter Hand, die in Folge der zunehmenden Industrialisierung entstanden sind, wurde vorerst keine besondere Rolle bezüglich des Artenschutz beigemessen, da sowohl Ökologen als auch Naturschützer keine schutzwürdigen Arten vermuteten. Eine Verstärkung der Naturschutzaktivitäten im besiedelten Raum wurde erst durch den Artenrückgang innerhalb der agraren Kulturlandschaft herbeigeführt. Trotz der zunehmenden Versiegelung und Überbauung der Böden, gibt es kaum Flächen, die keinen Lebensraum für bestimmte Arten darstellen.


2.2.1 Geh-, Park-, und Lageflächen

Zwischen Pflastersteinen und Asphaltrissen siedeln sich neben der Mastkraut-Silbermoos-Gesellschaft und dem Einjährigem Rispengras und vielen weiteren. Durch das Auftreten des Breitwegerichs und des Weidelgrases geht die Vegetation in die Trittrasengesellschaft der verfestigten aber nicht versiegelten Randbereiche dieser Flächen über.


2.2.2 Dächer

Auch Dächer können Lebensräume für Organismen darstellen, sofern sie nicht zu glatt oder zu trocken sind. Oft sind Krustenflächen Wegbereiter für Moose, die unter anderem als Lebensraum für Rädertiere, Fadenwürmer und Bärtierchen dienen. In nicht gesäuberten Dachrinnen haben sogar Birken und Weidenröschen die Chance zu wachsen. Die Rolle der Dächer als Lebensraum wird zusätzlich durch die heimische Vogelwelt unterstrichen, z.B durch die Amsel und den Girlitz. Blühende Flachdächer sind Beispiele für vom Menschen gezielt geförderte Biotope aus zweiter Hand.


2.2.3 Hauswände/ Mauern

Hauswände und Mauern, die lange Zeit kein Eingreifen durch den Mensch erfahren haben bieten vielen Arten einen neuen Lebensraum. Diese Felsenstrukturen bieten vor allem wärmeliebenden Pflanzen, wie z.B dem Ästigen Glaskraut, eine letzten Rückzugsort. Dies gilt unter anderem auch für Reptilien, die besonders in Deutschland auf Felsen, Ruinen und Steinbrüche angewiesen sind. Des Weiteren werden höhere „Kulturfelsen“ als Brutplätze von verschiedenen Vogelarten verwendet.


2.2.4 Bahnhöfe

Besonders stillgelegte Bahnhöfe sind für die artenreiche Krautvegetation (z.B Frauenlachs, Nachtkerze, Großblütige Königskerze, Pastinak ...) bekannt. Weiterhin findet man dort neben Räubern und Parasiten eine Vielzahl an Phytophagen.


2.2.5 Industriebetriebe

Meist haben Industriebetriebe in der näheren Umgebung ihrer Gebäude Flächen, wie z.B Verkehrs- und Lageflächen, Bahnanschlüsse und Deponiegelände, die selten bis gar nicht von Menschen betreten werden. Bei solchen Flächen verändert sich die Bodenbeschaffenheit häufig auf sehr engem Raum, was sehr unterschiedlichen Pflanzenwuchs möglich macht.


2.2.6 Trümmerschutt

Auf Trümmerschutt ist meistens eine ausgeprägte Vegetation auszumachen, da dieser sehr nährstoff- und kalkhaltig ist. Der locker gelagerte Schutt und der Boden werden von erheblichen Temperaturschwankungen gezeichnet. Des Weiteren halten feines trockenes Material und poröse Ziegel das Regenwasser zurück. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit unter den Ziegeln ist die Populationsdichte von Asseln und Nacktschnecken sehr hoch. Es stellen sich zunächst Therophyten auf dem Lockermaterial ein. Im Anschluss daran siedeln sich zunächst mehrjährige Kräuter und letztendlich Gehölze an. So folgt auf die Bestände des Klebrigen Greiskrauts die Ansiedlung des Weidenröschens, der Birken und der Weiden. Des Weiteren finden sich in den besiedelten Gebieten zunehmend neophytische Baumarten, wie z.B die Robinie und der Götterbaum, denen das wärmere Stadtklima zu Gute kommt.

 

3.Rekultivierung – Renaturierung – Schutz

Die Rekultivierung von Biotopen aus zweiter Hand, v.a. Sekundärbiotope industriellen Ursprungs, ist für Behörden oft schon bei Schaffung der Biotope eine zentrale Grundlage, um die Verunstaltung der Natur zu minimieren. Dazu dienen die Rekultivierungspläne, welche z.B. bestimmte Böschungswinkel oder eine Übererdung mit kulturfähigem Boden vorschreiben. Sowohl bei der akuten Bedrohung durch Sekundärbiotope, als auch bei einer ästhetischen Verschmutzung durch diese, wird eine Rekultivierung häufig in Betracht gezogen. Dennoch gibt es zahlreiche ungenutzte Sekundärbiotope bei denen vielmehr eine Renaturierung als eine Rekultivierung angebracht ist. So können Sekundärbiotope z.B. in Ballungsräumen oder landwirtschaftlichen Gebieten als Ersatzlebensräume oder Rückzugsgebiete für verschiedene Pflanzen- und Tierarten. Als renaturierende Flächen werden diejenigen bezeichnet, die durch selbst regulierende Biozönosen, und ohne den Gebrauch von Bioziden überlebensfähig sind. In Folge der wenigen Flächen, die aktiv für den Naturschutz genutzt werden können, sollen anfallende Sekundärbiotope gezielt für den Schutz der Arten und Biotope optimiert und genutzt werden. So können z.B durch Modellierung des Kleinreliefs, durch Regelung des Wasserstandes und durch Lenkung der Besucher die optimalen Bedingungen für die natürliche Sukzession, also das wachsen lassen, geschaffen werden. Sofern eine Gefährdung der dort lebenden Arten besteht, so ist es auch möglich Sekundärbiotope wie Steinbrüche, Abgrabungen oder einen ehemaligen Damm unter Naturschutz zu stellen. Oft entstehen Sekundärbiotope deren Flora und Fauna sich naturnaher entwickelt hat, da die Sekundärbiotope meist von den Eingriffen des Menschen unbetroffen bleiben.
Zudem bilden Sekundärbiotope industriellen Ursprungs wie Abgrabungen und Aufschüttungen, mit ihren nährstoffarmen Standorten, die einzige Möglichkeit für Initialphasen der Vegetationsentwicklung, welche durch ihre konkurrenzschwachen Arten sehr eingeschränkt sind. Dennoch darf der Schutz der Sekundärbiotope nicht dazu verleiten, in die bereits bestehenden Biotope einzugreifen.

 

4.Sekundärbiotope als Lernorte

Sekundärbiotope stellen für Kinder die in Ballungsräumen und Großstädten aufwachsen häufig den einzigen Bezug zur Natur dar, da sie dort ihre ersten Naturerfahrungen an Tieren oder Pflanzen machen. Aufgrund der enormen Artenvielfalt solche Sekundärbiotope können die Kinder hier viel entdecken, aber die Gefahr ist groß das die Kinder gedankenlos Teile des Sekundärbiotops zerstören. Aufgrund dessen erscheint es sinnvoll, bereits Grundschülern den Wert solcher Sekundärbiotope für die Tier- und Pflanzenwelt näher zu bringen. Darüber hinaus beziehen viele Lehrer ihre Demonstrations- bzw. Arbeitsmaterialien aus Sekundärbiotopen wie Bahndämmen, Straßenrändern oder Halden. Durch Studien in Sekundärbiotopen wird deutlich das der Faktor Mensch immer mit einzubeziehen ist. Durch die genaue Beobachtung von Natur und Landschaft offenbart sich ein Konflikt zwischen den wirtschaftlichen Belangen und den Alternativen für die vorliegenden Eingriffe, welcher häufig zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den Konfliktpunkten führt. Sekundärbiotope stellen eine Vielzahl an möglichen Unterrichtsthemen im Bereich der Ökologie dar, wie z.B Herkunft der Pflanzen- und Tierarten, Erstbesiedlung und natürliche Sukzession, Interessenkonflikte bei der Flächennutzung und viele weitere. Der Unterricht über Sekundärbiotope sollte es zum Ziel haben den Jugendlichen die „Grundprinzipien“ von Sekundärbiotopen aufzuzeigen. Zu diesen Grundprinzipien gehört unter anderem, das die Pflanzen- und Tierwelt in sekundären Lebensräumen oft sehr naturnahe, und somit schutzwürdige, Lebensgemeinschaften hervorbringen. Ein weiteres Grundprinzip der Sekundärbiotope besagt, das Sekundärbiotope überall entstehen können, egal wie stark die Belastungen durch den Menschen sind, das derzeitige biologische „Niemandsland“ wird keinesfalls unbesiedelt bleiben. Des Weiteren werden Sekundärbiotope häufig für den praktischen Umwelt- und Naturschutz verwendet, wobei sich in besiedelten oder industriellen Gebieten eine Begrünung oder zumindest eine naturnahe Gestaltung der Flächen und Gebäuden anbietet.

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