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Name: Jan Kemmerzell

Instinkthandlung                 

[1] Definition und Merkmale

Die Instinkthandlung ist ein Verhaltensmechanismus oder Handlungsprogramm, welches Bewegungsabläufe steuert. Es ist angeboren/ erbkoordiniert und artspezifisch. Die Handlung wird automatisch richtig ausgeführt und dient häufig dem Arterhalt. Im Allgemeinen stellt sie eine Anpassung an die Umwelt dar, die für einen überlebenswichtigen Vorteil sorgt.
Die Instinkthandlung ist Teil eines zweckmäßigen Handels, wobei die Ausführung nicht durch kognitives Eingreifen (bewusste Anstrengung) steuerbar ist. Die Bewegungsabläufe werden über Schlüsselreize durch Auslösemechanismen gestartet, woraus der allgemein starre und relativ formkonstante Ablauf resultiert. Voraussetzung für die Instinkthandlung ist eine innere Handlungsbereitschaft (Motivation,Trieb,Drang).

[2] Abfolge einer Instinkthandlung

Am Anfang der Instinkthandlung steht normalerweise die ungerichtete Appetenz. Diese beschreibt eine motivierte Suche nach Schlüsselreizen (z.B Umherfliegen,Wartestellung). Situationsbedingt kann die ungerichtete Appetenz in der Abfolge der instinkthandlung fehlen, d.h die Endhandlung wird ohne die gezielte Suche nach Schlüsselreizen ausgelöst (z.B. zufälliges Erscheinen der Beute).

Ein Schlüsselreiz ist hierbei ein bedeutungstragendes Signal aus der Umwelt, wobei jede Reizart als Schlüsselreiz fungieren kann.

Wird im Zuge der ungerichteten Appetenz ein Schlüsselreiz registriert, so  löst der entsprechende Auslösemechanismus über das ZNS das Verhalten bzw. die Bewegung aus. Der Auslösemechanismus ist ein neuronischer Filter, der genau passende Reize erkennt, die für die Instinkthandlung benötigt werden.Es findet eine Verknüpfung von Reiz und Reaktion statt. 

Daraufhin kommt es zur Ausrichtung des Lebewesen in Richtung des Schlüsselreizes. Diesen Vorgang bezichnet man als gerichtete Appetenz (Taxis).

Letztlich folgt die Endhandlung (motorische Aktivität). Die Ausführung der Teilbewegungen wirkt Antriebssenkend, d.h. die Handlungsbereitschaft sinkt (negative Rückkopplung). Dieses Handlungsprogramm läuft bis zum Ende ab, eine Unterbrechung ist nicht möglich.

Prinzip der doppelten Quantifizierung:

Die Stärke der Instinkthandlung hängt von der Höhe der Handlungsbereitschaft und der Intensität des Schlüsselreizes ab, wodurch  eine gewisse Variabilität des Handlungsprogramms im Rahmen der Abfolge erzeugt wird.

[3] Unterschiede zum Reflex

Reflexe sind auf Schutzreaktionen, d.h. es handelt sich nicht primär um den Arterhalt. Des Weiteren bedingt die Handlungsabfolge einer Instinkthandlung eine hohe Komplexität, welche beim Reflex nicht gegeben ist. Zudem ist bei der Instinkthandlung eine innere Handlungsbereitschaft nötig, um den Verhaltensmechanismus auszulösen.

 

[4] Instinkthandlung am Beispiel der Erdkröte

Die Motivation der Erdkröte ist der Hunger, woraus eine Wartestellung resultiert. Der Hunger ist die innere Handlungsbereitschaft der Erdkröte, welche die Voraussetzung der folgenden Instinkthandlung darstellt. Die Kröte zeigt ein ungerichtetes Suchverhalten (Appetenz), welche in ein Umherstreifen oder Lauern mündet.

Tritt nun eine geeignete Beute in das Sichtfeld der Erdkröte, so wendet sich die Kröte in dessen Richtung. Die Kröte erkennt den Schlüsselreiz durch z.B visuelle Reize.

Es kommt zur gerichteten Appetenz, der Taxis. Ist die Beute dabei etwas weiter entfernt, so kommt es zur Annäherung an diese. Die Beute gelangt dadurch in den Aktionsbereich der Endhandlung. 

An diesem Punkt kommt es zur Verknüpfung von Reiz und Bewegung durch den angeborenen Auslösemechanismus (AAM), dabei erkennt dieser neuronische Filter die für die Instinkthandlung nötige Information "Beute". Die Erdkröte schnappt letztlich die Beute durch ein Zuschnappen, worauf ein Schlucken und Wischen folgt. Die innere Handlungsbereitschaft ist im Folgenden gesenkt.

 

Film Beutefang Erdkröte

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