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Name:
Julian Kreß, 2012
Najiya R., 2018-01

 

Soziales Lernen -Lernen am Modell

Beim Sozialen Lernen orientiert man sich mit seinem eigenen Verhalten am Verhalten anderer (meist älterer, ranghöherer, sozial erfolgreicher) Artgenossen. Es hat den Vorteil, dass es zum einen schnell ist, da das Lernen durch Versuchen lange dauert, weil man erst nach mehreren Durchführungen bestätigt wird. Zum anderen ist es nützlich, wenn man sich an erfolgreichen Artgenossen orientiert und gleichzeitig auch Kosten sparend. Man weiß nämlich, dass das Wissen und Können bereits bestätigt wurde; eigene Versuche könnten schief gehen oder gar zum Tod führen.

Somit ist es eine Mischung aus sozialer Anregung & individuellem Lernen, da man sich praktisch vom Verhalten anderer "inspirieren" lässt. Man erwirbt soziale & emotionale Kompetenzen wie z.B. Kommunikations- / Konfliktfähigkeit, Selbst- / Fremdwahrnehmung, ...) sowie die Fähigkeit zur sozialen Antizipation. Als Basis dienen Mechanismen der Gruppendynamik & allgemeine Werte. Als Resultat entstehen Traditionen und Kultur.

Zusammenfassend ist es ein lebensbegleitender Lernprozess, der durch Reflexion und Prägung des Individuums durch seine Umwelt bzw. sein soziales Umwelt ständig beeinflusst wird. Je mehr Erfahrungen gemacht werden, umso größer ist auch die Entwicklung.

 

Was versteht man unter sozialem Lernen?

Der Begriff stammt aus der Lernpsychologie und ist auch in der Sozialpädagogik und in den Erziehungswissenschaften ein zentrales Thema. Soziales Lernen tritt überall auf, wo Menschen aufeinander treffen und miteinander interagieren. So ist in der Sozialpädagogik Soziales Lernen der Prozess des Lernens „sozialer und emotionaler Kompetenzen“. Hierbei handelt es sich um die Entwicklung von Wahrnehmungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Zivilcourage, Empathie und Diskretionsfähigkeit. Somit ist Soziales Lernen die Basis für problemlösendes Lernen. Dazu werden Mittel wie Gruppendynamik genutzt, um die Persönlichkeit eines Individuums weiterzuentwickeln. Das Ziel ist u.a. das Erlernen der Fähigkeit der Antizipation und die Gestaltung einer offenen Gesellschaft.

 

Konkrete Zielsetzungen des sozialen Lernens

Kognitive Fertigkeiten:

Beispielsweise: wahrnehmen, vorstellen, denken, planen, erinnern, Konsequenzen bedenken, Handlungssteuerung und Perspektivenwechsel


Soziale Fähigkeiten:

Beispielsweise: Auf sich bezogene Fähigkeiten sowie kommunikative Fähigkeiten wie Selbstsicherheit, Selbstbewusstsein, stärken bzw. erkennen des Selbstwertgefühls und äußern von Emotionen/ Gefühlen

Partnerbezogene Fähigkeiten:

Beispielsweise: Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen, Kooperationsfähigkeit, Empathie, Rücksichtnahme, trösten, Bildung sowie Stärkung des Wir-Gefühls und Toleranz
Bei unzureichend bzw. mangelnden entwickelten „sozialen und emotionalen Kompetenzen“ sind soziale Ängste wie z.B. Verunsicherung, depressive Verstimmung, fehlendes oder schwaches Selbstwertgefühl, Isolation, Schulangst, Aggressionen und erhöhte Gewaltbereitschaft die Folgen.


Facetten des Sozialen Lernens

Insgesamt kann man sagen, dass das Soziale Lernen sehr vielfältig ist:

  1. Soziales Lernen als sozialisatorischer Basisprozess. Jede Art des Lernens ist ein sozialer Prozess, der die Problemlösungsfähigkeit eines Individuums gestaltet. Im Kindesalter wirken soziale Faktoren ein, mit denen die Lernentwicklung des Kindes vorangetrieben wird. So wird Kindern oftmals eine Gegenposition präsentiert, die dazu dienen soll, dass Konflikte und Spannungen entstehen, welche zur Problemlösung überhaupt herausfordern.

  2. Soziales Lernen als Hilfe für Lernprozesse. Darunter versteht man, dass vor allem Kinder am besten Probleme lösen, wenn diese schon in ihren Erfahrungsbereich liegen, denn auf diese Weise kann das Kind, Verbindungen zur vorherigen Erfahrungen herstellen. Daraus folgt, dass man eine Umgebung gestalten sollte, welche das Kind motiviert, sich dem Problem zu stellen. Dazu eignet sich gut z.B. spielerisches Lernen.

  3. Soziales Lernen als Lernen erwünschten sozialen Verhaltens. Vor allem, Lehrer verstehen unter soziales Lernen die Aspekte, dass Kindern die Zusammenarbeit mit dem Umfeld, die Konfliktlösungsfähigkeit und gegenseitiges Helfen nähergebracht werden sollte. Dadurch werden die Kinder auf das soziale Leben vorbereitet. Dies geschieht durch Nachahmung und Kopieren des Verhaltens von Modellen. Dabei anzumerken ist, dass die Kinder diese erst analysieren müssen. Sprich, sie müssen dabei bestimmte Aspekte einbeziehen und berücksichtigen und schlussendlich ein Urteil fällen. Genaues Planen, Kontrollieren und Durchsetzen ist dabei gefragt. Kinder lernen dies jedoch nur durch soziale Erfahrungen, was heißt, dass dies durch keine Erwachsenen erzwungen werden kann.

  4. Soziales Lernen als moralisches Lernen. Soziales Lernen als moralisches Lernen und Lernen erwünschter sozialer Verhaltensweisen hängen eng zusammen. Kinder müssen immer wieder Situationen bewältigen, welche sie herausfordern und sie dazu veranlassen, über den richtigen Umgang miteinander nachzudenken und Regeln zu formen. Besser gesagt eine Moralauffassung zu entwickeln. Sie versuchen sich somit an bestimmte Moralauffassungen zu einigen und sich an diese zu orientieren. An den Moralauffassungen, die jeder befolgen muss. Dabei ist darauf zu achten, dass Kindern möglichst früh schon mit Gleichaltrigen interagieren, damit sich ein Moralauffassungsgefühl entwickeln kann.

 

Lerntypen

Bei Lernen  gibt es unterschiedliche Lerntypen

  1. Erster Lerntyp:
    Eine Änderung des Verhaltens des ersten Lerntyps wird mit der Methode der „Klassischen Konditionierung“ hervorgerufen. Hierbei wird durch eine sehr lange und bewährte Methode bestimme Reaktionen erzielt.

  2. Zweiter Lerntyp:
    Bei dem zweiten Lerntyp handelt es sich dabei um die „instrumentelle/ operante Konditionierung“ ( Lernen am Erfolg/ externer Reize ), mit der ebenfalls eine Verhaltensänderung erzielt werden kann. Durch sie können Verhaltensweise erlernt werden, welche zum Erfolg führen.

 

Modelle

Lernen am Erfolg:

Eine Handlung, welche zum Ziel führt, stellt für den Handelnden einen Erfolg und eine Handlung, welche nicht zum Ziel führt, stellt für den Handelnden logischerweise einen Misserfolg dar. Lernen am Erfolg beruht somit auf dem Prinzip: Lernen durch Versuch und Irrtum.
Daraus folgt, je öfter eine Handlung erfolgreich ist, desto öfter wird diese Handlung in ähnlichen Situationen auch angewendet.
Bei Kindern trifft jedoch der Fall ein, dass sie einen Erfolg bezüglich ihres Handelns dann erleben, wenn sie möglichst schnell eine Belohnung erhalten oder wenn sie durch ihr Verhalten eine Bestrafung bzw. Misserfolg umgehen können. Dabei zu berücksichtigen ist jedoch, dass negative Folgen enorme Nebeneffekte haben. Darum sollten diese vermieden werden, aber auch, weil durch Bestrafungen kein neues Verhalten beigebracht werden kann.

Lernen am Modell:

Die Methode „Lernen am Modell “ ist auch dem Lernen am Erfolg zuzuordnen. Darunter versteht man, dass vor allem Kinder am besten Sozialverhalten dadurch lernen, wenn sie andere Menschen beobachten z.B. ihre Eltern oder  ihre Geschwister. Das Kind beobachtet das Handeln dieser Personen in bestimmten Situationen und orientiert sich am Erfolg derjenigen. Ist das Modell in seinem Handeln erfolgreich, so wird das Kind dem Modell nachahmen. Dabei lernt das Kind neues Verhalten. Dazu Bedarf es Gelegenheiten, in denen das Kind neue (beobachtete) Verhalten ausprobieren kann und auf sich selber die Konsequenzen einwirken lassen kann (Lernen am Erfolg). Anzumerken ist, dass Kinder Modelle bevorzugen, die in ihren Augen ein hohes Ansehen genießen.

Möglichkeiten Soziales Lernen zu erlernen

  • Gruppenarbeit und Partnerarbeit (z.B. in der Schule)
  • Gesprächskreis
  • Streitschlichter
  • Ausflüge/ Unternehmungen
  • Gewaltprävention ((Schul)sozialarbeit)
  • Landschulheim
  • Soziale Woche

All diese Möglichkeiten bieten die Gelegenheit, dass das Soziale Lernen erlernt werden kann, indem verschiedene Individuen aufeinandertreffen und eine Umgebung kreiert wird, in der sie darauf angewiesen sind, bestimmte Fähigkeiten wie z.B. Kommunikationsfähigkeit, Team-und Kooperationsfähigkeit, Toleranz und Rücksichtnahme zu entwickeln, damit sie in der Lage sind, miteinander umgehen zu können und gemeinsam friedlich leben können. Dabei sind Landschulheime besonders eine gute Möglichkeit, diese Fähigkeiten zu erlernen. Der Kontakt zu Tieren und der Umgang mit diesen hilft den Menschen, dass sie diese erlernten Fähigkeiten auf den Umgang mit Mitmenschen übertragen .Das Erlernen dieser Fähigkeiten auf dieser Art und Weise fällt vielen Menschen leichter, da sie schon von Geburt aus eine innige Beziehung zu Tieren haben und ihnen es deswegen leichter fällt, Tieren zu vertrauen.
FÖRDERUNG des Sozialen Lernens steht an der ersten Stelle!


Insbesondere wird Schule als Lernfeld zur Erlangung sozialer Fähigkeiten gesehen. Eine Instanz der Hilfestellungen bei Problemen. Somit hat Schule für die Kinder eine sehr enorme Bedeutung. Lehrer/ Lehrerinnen werden tagtäglich damit konfrontiert und suchen nach Möglichkeiten, mit denen sie Schüler/ Schülerinnen erfolgreich und schnell diese Fähigkeiten vermitteln können. Ein zentraler Punkt der Bildungs- und Erziehungsarbeit ist, dass Identität und Emanzipation gefördert werden. Soziale Fähigkeiten beeinflussen enorm das spätere Leben.


Warum ist Soziales Lernen heute besonders wichtig?

=>Kinder und Jugendliche heute im Geflecht des sozialen Wandels
=>Verändertes Umfeld

-Aufbrechen von traditionellen Familienstrukturen
-Veränderung von Werthaltungen und Erziehungsnormen
-Wertewandel
-Allgegenwart der Medien
-Veränderungen der Wirtschafts- und Arbeitswelt


Heute ist Soziales Lernen besonders gefragt, da ein sozialer Wandel eingetroffen ist. Sprich, es liegt ein verändertes Umfeld vor. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass in der heutigen Gesellschaft andere Werte besonders wichtig geworden sind. Problematisch dabei ist, dass nun immer mehr Familien ihren Kindern falsche Werte vermitteln bzw. Werte, die ihrer Meinung nach besonders wichtig sind. Ein weiteres Problem sind die Medien, welche ebenfalls falsche Werte vermitteln und insbesondere die heutige Jugend ständig beeinflussen. Abgesehen davon wird durch die heutige veränderte Wirtschafts- und Arbeitswelt besonders mehr Fähigkeiten von Arbeitern verlangt, weswegen Soziales Lernen ebenfalls unerlässlich ist.

 

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