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Aisha Bleul, 2013-06
H. Hoffmeister, 2017-03

Frührenaissance (1400-1500)

Bild Palazzo Vecchi, Piazza della Signoria, Loggia

Die Familie Medici, der Dombau und die Geburt der Renaissance

Die Renaissance ist eng mit der Familie Medici aus Florenz verknüpft. Für ca. 300 Jahre waren die Medici die herrschende Familie Florenz. Sie waren Kaufleute und bekamen durch Geldgeschäfte mit dem Pabst das Recht als Nichtadlige über die Stadt zu herrschen. Sie verwendeten ihren Reichtum, um als Mäzen Wissenschaft, Kunst und Kultur massiv zu fördern. Viele Künstler wurden von den Medici bezahlt und schafften so einmalige Meisterwerke. Dadurch gelangte die Stadt Florenz zu immer mehr Ansehen und die Medici wurden noch mächtiger. Insgesamt stellten sogar drei Mitglieder der Familie einen Papst sowie zwei weitere wurde Könige Frankreichs!

Piazza Della SIgnoria
Palazzo Veccio und die Piazza Della Signoria

Palazzo Vecchio & David

Vor dem Palazzo Vecchio steht Michelangelos bekannteste Statue, der David

Doch wie begann alles?

Ende des 13. Jahrhunderts waren sie bereits reich und hatten bereits Einfluss auf die Geschicke der Stadt Florenz. Der Palazzo Signoria wird neuer Regierungssitz Florenz'. Nachdem das Baptisterium renoviert wurde, sollte nun der Bau einer neuen Kathedrale beginnen, welche größer sein sollte, als die (noch unvollendete) der verfeindeten Stadt Siena. Der Dombau in Florenz wird heute als der wesentliche Beginn der Renaissance gesehen. Er begann im Jahre 1296.

FLorenz: Baptisterium, Dom und Glockenturm

Baptisterium, Dom und Glockenturm

Das wesentliche Merkmal des Doms von Siena war die reiche verschmückte Fassade. Der Florentiner Dom sollte deshalb eine Fassade bekommen, die noch viel reicher an Skulpturen und Ornamenten sein. Die Oberaufsicht über den Dombau hatten die Wollweber, der reichsten Zunft der Stadt. Sie beauftragten den Bildhauer Arnolfo di Cambio mit diesem Projekt. Er starb leider, bevor er sein Projekt vollenden konnte. Der er keine genauen Pläne erstellt hatte, ruhte seine Arbeit nach seinem Tode, da niemand wusste, wie er sie vollenden sollte.

Fassade und EIngang, Dom Florenz

Domfassade und Haupteingang

Giotto setzte später die Arbeiten am Dom fort. Ihm verdankt die Stadt eines der wichtigsten Wahrzeichen, den Glockenturm (Campanile) des Doms, mit seiner einmaligen weiß, rot, grünen Marmorverkleidung. Die sichtbaren Reliefs erzählen Alltagsgeschichten der florentiner Menschen. Darüber stehen Statuen von Heiligen und Propheten, welche von den bekanntesten Bildhauern der Stadt geschaffen wurden: Andrea Pisano, Luca della Robbia und Donatello.

Giottos Campanile Firenze
Giottos Campanile

 

Filippo Brunelleschi, Goldschmied, Architekt und genialer Mathematiker wurde mit dem Kuppelbau des Doms beauftragt:

 

Filippo Brunelleschi

Es begann alle mit der Renovierung florentiner Baptisteriums im 13. Jahrhunderts. Im Zuge der Renovierung sollten die seitlichen Türen so besonders werden, dass etwas Neues und einmaliges zeigten. Man wollte Bronzetüren mit Darstellungen aus der Bibel. Die Medici riefen einen Wettbewerb aus, wer die Türen in der schönsten Weise gestalten konnten.

Die dreidimensionale Perspektive war in der Bildhauerei und der Malerei noch nicht erfunden. Bilder wurden beispielsweise immer noch byzantinisch und flach gemalt.

Filippo Brunelleschi entwarf einen besonderen Vorschlag, aber der Gewinner war Lorenzo di Giberti, welcher erstmalig den Fluchtpunkt einführte. Eine sensationelle Neuerung!

Lorenzo di Giberti - Porta del Paradiso

Lorenzo di Gibertis Porta del Paradiso

Moses empfängt die 10 Gebote - Porta Del Paradiso

Lorenzo di Giberti - Moses empfängt die 10 Gebote - Porta del Paradiso

 

Brunelleschi ging daraufhin (Anfang des 14. Jahrhunderts) nach Rom und studierte Architektur. da Dombau schon lief, aber man nicht wusste, wie man eine Kuppel bauen sollte. Filippo Brunelleschi hatte und sich so Chancen auf einen wichtig Job erhoffte. Der Dombau sollte sein Lebenswerk werden. Seine Kuppel steht noch heute und machte ihn unsterblich.
In Rom studierte Brunelleschi die Kuppel des Pantheons, des antiken Tempels mit seiner über 1500 Jahre alten Kuppel. Er fragte sich, wie es vor so langer Zeit die Menschen schafften eine freitragende (!) Kuppel dieser Größe zu bauen und wie dieses Wissen dann verloren gegangen ist.

Von Giotto beauftragt begann der nach Florenz zurückgekehrte Brunelleschi mit dem Kuppelbau. Er imitierte die Kuppel des Pantheons indem er eine Kuppel gleicher Größe (46m Durchmesser an der Basis und 114m Höhe), aber im gotischen Stil, dem Stil der damaligen Epoche. Fairerweise muss man sagen, das auch sein alter Rivale Lorenzo di Giberto von Giotto beauftragt wurde, dessen mathematischen Fähigkeiten waren aber gering, so dass er beim Kuppelbau komplett überfordert war und dann aufgab.

Der Kuppelbau dauert mehr als 15 Jahre. Am Ende schätzte man ihr Gewicht auf ca. 25 000t.

Damit sie stabil genug ist, besteht die Kuppel aus zwei (!) miteinander verbundenen Gewölben, welche einen großen Zwischenraum haben, der heute noch begehbar ist. Die Ziegelsteine der inneren Kuppel sind in schrägen konzentrischen Kreisen angeordnet, so dass jede neue Schicht, die darunterliegenden stabilisiert und stützt. Mathematisch eine geniale Konstruktion.

Die Innenseite wurde dann mit christlichen Szenen (Auferstehung, jüngstes Gericht, Szenen aus der Hölle und dem Paradies, Bilder von Heiligen, Königen und Kaisern sowie im unteren Teil Bilder von Künstlern, welche am Dombau beteiligt waren) von Giorgio Vasari bemalt. Interessanterweise ist es dort oben sehr dunkel. Da es kein elektrisches Licht gab, mussten die Künstler davon ausgehen, das das normale Volk ihre Meisterwerke nie zu sehen bekommt. Zum Glück kam es anders :-)

Nach 175 Jahren wurde der Dombau abgeschlossen.

 

Zeitgleich begann der Aufstieg der Familie Medici. Der Anfang der Familie Medici war aber alles andere als ruhmreich! Cosimo Medici (10. April 1389 - 1. August 1464) saß im Palazzo Vecchio durch einer Intrige seiner Feinde ein. Er war Sohn des einflussreichen Bankiers Giovanni Medici und sollte hingerichtet werden. Cosimo ging nach Padua und reiste dann nach Venedig. Schon 1434 kehrte er nach Florenz zurück und wurde in der Stadt ruhmreich empfangen!

Sein Enkel Lorenzo de' Medici (1. Januar 1449 - 8. April 1492) führte nach dem Tode Cosimos seine Geschäfte weiter und würde der wichigste Förderer der florentinischen Künstler. So wird ihm der Titel Lorenze il Magnifico (Lorenzo der Prächtige/Große) verliehen. Er wird zum Stadtherrscher und Florenz gewinnt sehr großen Einfluss und kann viele wichtige Partnerschaften abschließen. Florenz ist zur wichtigsten Stadt der Renaissance geworden!

 

Zusammenfassung der Frührenaissance

  • Wiedergabe des unmittelbar Sichtbaren

  • Darstellung des Tiefenraums durch Luft und Farbperspektive

  • Eindruck von Tiefenräumlichkeit durch Abstufung von warmen Farben zu kalten Farben (Verblauung)

  • Luftperspektive: Farbintensität nimmt kontinuierlich im Bildraum ab, Formen werden unscharf

  • Entwicklung des Selbstbildnisses beginnt; Entstehung eines neuen Künstlertyps

  • Proportionsstudien, Anatomiestudien

  • Ideale Maßverhältnisse

  • „Entdeckung der Welt und des Menschen“
    => Mensch und seine Umwelt treten in den Vordergrund des Interesses

  • Künstler und Wissenschaftler dienen einer Aufgabe: Erforschung der Natur
  • Geistige Grundhaltung Humanismus ( Orientierung an Interessen, Werten und Würde der Menschen; Prinzipien: Toleranz, Gewalt- und Gewissensfreiheit)

  • Erfindung der Zentralperspektive

  • Entfaltung der Gattung „Porträt“, vermehrte Darstellung als Akt

Hochrenaissance (1500-1530)

In dieser Epoche war die Macht der Medici gefestigt. Sie herrschten über weite Teile Zentralitaliens und führten notfalls auch Kriege gegen verfeindete Städte.

Lorenzo Medici war nicht nur ein Mäzen, er kannte die Künstler auch persönlich und war mit vielen befreundet. Der Maler Sandro Botticelli, Andrea di Verrochio und Giuliano di Sangallo waren enge Freunde von ihm. Botticellis bekanntestes Werk ist die Geburt der Venus! Die gleiche Frau ist übrigens auch im Bild "Primavera" zu sehen (die dritte Person von links, mit dem Rücken zum Betrachter). Da damalige Künstler nicht leicht Zugriff auf nackte Modelle hatten, verwendete Botticelli die gleiche Frau zweimal. Ihr Name war Simonetta Cattanio Vespucci. Sie war die Geliebte von Giuliano de' Medici, dem jüngeren Bruder Lorenzos.
Giulliano wurde später im Dom von Florenz von Feinden der Familie, den Pazzi, erdolcht.

Quelle Bild: Public domain by Wikipedia: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sandro_Botticelli_-_La_nascita_di_Venere_-_Google_Art_Project_-_edited.jpg

 

Leonarde da Vinci, Schüler des bekannten Adrea del Verrochio wird im ALter von 20 Jahren von Lorenzo gefördert. Leonardo beschäftigte sich aber nicht nur mit Malerei, sondern auch mit dem Millitär und der Verbesserung des Millitärs. Neben der Mona Lisa ist eines seiner bekanntesten Gemälde "die Verkündigung"

Im Regierungspalast Palazzo Vechio ist der größte Raum der "Saal der 500". 1504 bekam Leonardo Da Vinci den Auftrag die Wände mit Fresken zu bemalen. Seine Ölfarbe erwies sich aber als ungeeignet, so dass nach 50 Jahren eines der größten Meisterwerke der Hochrenaissance mit einer weiteren Mauer von Giorgio Vasari bedeckt wurde. Heute sind Gemälde auf dieser Mauer zu sehen.

Neben dem Palazzo Veccio entstand das Gebäude der hetigen Uffizien. Sie wurden entworfen vom Architekten und Schriftstellers Giorgio Vasari. Sie wurden 1591 als private Kunstsammlung eröffnet. Aber nur priveligierte Gäste durften die Meisterwerke betrachten.

Am Ende der Herrschaft der Meidci bestimmte die letzte Medici 1765, dass die Kunstwerke der Renaissance dort für zugänglich werden sollten. Die Uffizien sind auch heute noch eines der weltweit wichtigsten Museen.

Im oberen Stockwerk ist die Decke mit Grotesken bemalt. Das sind Deckenmalereien, welche der damals entdeckten Villa Aura des römischen Kaisers Nero nachempfunden waren. Man fand diese Zeichnungen vor allem in Grotten in der Nähe der Villa, daher der Name "Grotesken".

  • Darstellung der sichtbaren Realität

  • Selbstverständliche Voraussetzung für Künstler: Beherrschung der Naturwiedergabe

  • Mensch- das „Maß aller Dinge“- steht im Zentrum

  • Naturabbildende Kunst ersetzt mittelalterliche Symbolkunst

  • Idealismus (Streben nach einem allgemeingültigen Ideal, besonders von Schönheit)

Manierismus (1530-1600)

  • Natur ist nicht mehr absolutes Vorbild, sondern subjektive Sicht des Künstlers

→ Verzerrungen, überlange Gliedmaßen, jähe perspektivische künstlerische Verkürzungen, ungewöhnliche Farben, künstlerische Virtuosität

→meisterhaft vollendete Beherrschung einer künstlerischen Technik

  • Voller Widersprüche

  • Starke Ich-Bezogenheit der Künstler äußert sich in Selbstbildnissen

  • Surreales wird Ersatz für das Transzendente

  • Expressivität in Mimik und Gestik

 

Künstler der Renaissance:

Kain und Abel, Florenz

  • Raffaelo
  • Leonardo Da Vinci
  • Michelangelo (Buonarroti)
  • Botticelli
  • Filippo Brunelleschi
  • Lorenzo Di Giberti
  • Sandro Botticelli

 

Plastik während der Renaissance

  • stilistische Anknüpfung an die Antike (Ideal der Schönheit und Vollkommenheit)

  • Nacktheit -> sinnbildhafter Charakter

  • Gliederspiel -> Ausgleich Ruhe und Bewegung (Ponderation, Kontrapost)

  • anatomische Richtigkeit (ideale Maßverhältnisse)

Malerei während der Renaissance

  • Darstellung des Raumes (Zentralperspektive, Plastizität und Licht- und Schattenspiel)

  • 5 tragende Elemente der Malerei: Raum, Farbe (Farbeffekte, Farbperpektive etc.), Plastizität, Licht und Bewegung -> Vollendung der Natur.

Architektur während der Renaissance

Dom, Santa Maria Di Fiore, Firenze

Dom, Santa Maria Di Fiore, Firenze

  • Weiterentwicklung der Elemente der römischen Antike

  • Profanbauten

Glockenturm / Campanile, Dom Florenz

Glockenturm / Campanile, Dom Florenz

 

Merkmale der Kichenfassaden der Renaissance

  • Symmetrische Ordnung, Klarheit, rationaler Aufbau

  • Systematik, Regelmäßigkeit

  • Zentralbau

  • Proportionen: Goldener Schnitt, ganzzahlige Verhältnisse ( 1:2,1:3,...)

  • Dekor: Giebel, Säulen, Pilaster...

  • Bögen, Kuppeln, Nischen

  • Klassische Form: Würfel

  • Säulenordnung der Antike

Fassade des Doms, Florenz

 

Merkmale der Funktion

  • Repräsentation von Wehrhaftigkeit, der Stellung der Familie, von Intellektualität

  • Auseinandersetzung mit der Antike

  • Für Großfamilien und Handel

Palazzo

  • Nicht verwechseln mit dem deutschen Wort Palast! Es handelt sich eher um ein großes und luxeriöses Wohnhaus.
  • Horizontal klar abgesetzte Geschosse, Kranzgesims

  • Plastizität des Mauerwerkes durch Rustika-Sockel, nach oben abklingende Plastizität

  • Fassaden Dekor, aus der antik-römischen Baukunst, nicht tragend, sondern Fassade gliedernd

  • äußerer Gesamtcharakter nüchtern, streng, wehrhaft

  • umschlossene Innenhöfe (Atrium) mit Bogenreihen/Arkaden

  • meist lebte im Palazzo die ganze Familie

  • geschlossene, quaderartige Form des Mittelalter

Wirkung des Palazzo

  • Größe, Präsenz, festungsartige Uneinnehmbarkeit

  • Ordnung, Strenge

  • Massig, Stärke

  • Bildungsnähe, intellektuell

  • Repräsentative Kulisse

-> Repräsentation des Status, wirtschaftlichen und finanziellen Erfolgs



Bild: Quelle: Islandspec, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Palazzo_Strozzi_2.jpg

 

Villa

  • „Ferienwohnsitz“

  • Repräsentativer Landsitz reicher Familien

  • Antike Vorbilder in Grundform, Bauteilen, Fassadengestaltung, Monumentalität

  • Offenheit, Klarheit & Strenge, Schönheit durch Harmonie der Einzelteile

Wirkung

  • Repräsentation von Vermögen, höherer gesellschaftlicher Schicht, Bildungsnähe, Kenntnis und Bezug zur Antike, Intellektualität

  • Demonstration guten Geschmacks und Bildung

-> Schwerpunkt der Repräsentation eher im kulturellen, intellektuellen und gesellschaftlichen Bereich ( Rückzug aus der Stadt)



Bild: Andrea Palladio: Villa Rotonda

Quelle: Stefan Bauer, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Villa_Rotonda_front.jpg

 

Michelangelo Buonarroti

Wichtiges Gemälde: Tondo Doni zeigt die Heilige Familie mit dem Jesuskind.

Quelle Bild: Public domain by Wikipedia: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Michelangelo_Buonarroti_-_Tondo_Doni_-_Google_Art_Project.jpg

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