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Neurophysiologie: Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) - Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit, Impulsivität

Name: Rubia Wehner, 2023-01
Klitsch, Alexander, 2023-01

 

Was ist ADHS?

DHS (auch Zappelphilipp-Syndrom genannt) steht für die Aufmerksamkeitsdefizitstörung / Hyperaktivitätsstörung und ist eine neurologische Störung, die sich durch Schwierigkeiten bei der Aufmerksamkeitssteuerung und/oder Impulskontrolle ausdrückt.
Die Symptome der Entwicklungsstörung bringen Probleme mit sich, welche sich auf die Betroffenen im Alltag und im sozialen Umfeld negativ auswirken können.

ADHS zählt als eine der häufigsten psychiatrischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen. In einer Meta-Analyse wurde ermittelt, dass weltweit 5% aller Kinder und Jugendlichen von der Krankheit betroffen sind.
Während Jungen 3 bis 6 mal häufiger mit der Krankheit diagnostiziert werden als Mädchen, ist diese bei Mädchen schlechter zu erkennen.

ADHS ist eine Störung des Gehirns, die durch Schwierigkeiten bei der Aufmerksamkeitsspanne, Impulsivität und Hyperaktivität gekennzeichnet ist. Menschen mit ADHS haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und ihre Impulse zu kontrollieren. Sie können zu schnell sprechen, sich unangemessen verhalten und übermäßig energisch sein.

ADHS kann auch dazu führen, dass Betroffene schlecht schlafen, unter Reizbarkeit leiden und sich schwer tun, sich zu konzentrieren und ruhig zu bleiben.


Was sind Ursachen für ADHS?

Es gibt keine einzelne Ursache für ADHS. Es wird vermutet, dass verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel genetische Veranlagung, Umweltfaktoren, die Entwicklung des Gehirns und bestimmte Chemikalien im Gehirn, eine Rolle bei der Entstehung von ADHS spielen können.
Es wirken viele Faktoren zusammen, die die Krankheit auslösen (genetische & umweltbedingte). Bei jedem Betroffenen kann die Krankheit über eine unterschiedliche Kombination ausgelöst werden, wodurch jeder Betroffene ebenfalls eine unterschiedliche Symptomatik und eine unterschiedliche Ausprägung dieser Krankheit besitzt.


Genetische Veranlagung:
Forschungsergebnisse zeigen, dass ADHS ein vererbtes Merkmal sein kann. Es wurde festgestellt, dass wenn ein Elternteil ADHS hat, das Kind ein höheres Risiko hat, es auch zu entwickeln.


Umweltfaktoren:
Forscher glauben, dass Umweltfaktoren wie Stress, eine schlechte Ernährung und zu wenig Schlaf ein Risiko für die Entwicklung von ADHS darstellen können. Entwicklung des Gehirns: Es wurde festgestellt, dass einige Bereiche des Gehirns bei Menschen mit ADHS kleiner sind als bei Menschen ohne ADHS. Es wird vermutet, dass bestimmte Prozesse im Gehirn, die Konzentration und Impulskontrolle beeinflussen, bei ADHS beeinträchtigt sind.


Botenstoffkonzentration im Gehirn:
Es wird vermutet, dass Botenstoffe im Gehirn, wie z.B. Dopamin, eine Rolle bei ADHS spielen können. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen mit ADHS eine niedrigere Konzentration an Dopamin haben als Menschen ohne ADHS.

Bei schwangeren Frauen, die abhängig von Drogen wie Alkohol oder Nikotin sind oder wenn es während der Schwangerschaft zu Konflikten wie Infektionen oder anderen Krankheiten kommt, ist das Risiko für die Kinder höher an ADHS zu erkranken.

Es kommt bei ADHS zu Entwicklungsabweichungen neuronaler Regelkreise, vor allem in den Basalganglien (Kernkomplexe, die in der Tiefe der Hemisphäre des Großhirns sitzen) oder im Frontalhirn, aber auch im Kleinhirn und anderen Arealen im Gehirn, dabei wird häufig das Neurotransmittersystem verändert.
Durch diese Veränderung gestaltet sich die Realisation von der Motivation, der Kognition, dem Bewegungsverhalten und den Emotionen anders. Durch die dysfunktionalen Regelkreise werden Botenstoffe in überdosierten oder unterdosierten Mengen freigesetzt (hauptsächlich Dopamin und Noradrenalin).

Das Ausmaß von ADHS kann durch soziale Kontakte stark beeinflusst werden, wenn das Umfeld ebenfalls mit psychischen Problemen, Krankheiten oder anderen Belastungen zu kämpfen hat, verstärken sich die Symptome der Krankheit im Regelfall.


Wie geht man mit Betroffenen um?

Es ist wichtig, dass Menschen mit ADHS in einer verständnisvollen und unterstützenden Umgebung aufwachsen. Sie benötigen Kontinuität und Struktur, so dass sie wissen, was von ihnen erwartet wird. Eltern und Lehrer sollten sich bemühen, die Bedürfnisse der Betroffenen zu verstehen, und ihnen klare und einfache Richtlinien für ihr Verhalten geben. Komplexe, schwierige Aufgaben sollten in kleinere Teile aufgeteilt werden, damit sie leichter bewältigt werden können.


Was sind die biologischen Erkenntnisse?

Es wird angenommen, dass ADHS durch eine Kombination aus biologischen und psychologischen Faktoren verursacht wird. Es gibt Hinweise darauf, dass ADHS durch eine Veränderung des Gehirns verursacht wird, insbesondere im Frontalhirn, dem Teil des Gehirns, der für die Kontrolle der Impulse und der Aufmerksamkeit zuständig ist. Es gibt auch Hinweise darauf, dass bestimmte Genmutationen das Risiko einer ADHS-Störung erhöhen können.


Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, die Betroffenen helfen können, ihre Symptome zu lindern und ihr Leben zu verbessern. Dazu gehören Verhaltenstherapien, die den Betroffenen beibringen, wie sie ihr Verhalten kontrollieren können, sowie Medikamente, die helfen, die Symptome der Störung zu lindern. Es gibt auch verschiedene natürliche Behandlungsmethoden, die helfen können, die Symptome zu lindern, z.B. Ernährungsumstellung, Bewegung und Stressbewältigung.

ADHS ist also behandelbar (durch nichtmedikamentöse!) Behandlungsweisen wie soziales Kompetenztraining, Einzel- und Gruppentherapie und Übungen um Entwicklungsstörungen aufzuarbeiten. Als Ergänzung ist die medikamentöse Behandlungsform ab 6 Jahren möglich: Psychostimulanzien regulieren die Ungleichgewichte der im Gehirn vorliegenden Botenstoffe.
Dexamphetamin, Methylphenidat oder Atomoxetin werden den Betroffenen verabreicht, ihre Wirkungen treten unterschiedlich schnell ein.